Schutzraum neu für Kunst statt Menschen

ZUG ⋅ Die ehemalige Zivilschutzanlage im Parkhaus Casino soll für die Lagerung von Kulturgütern hergerichtet werden. Der dazu notwendige Baukredit übersteigt knapp den Betrag von 2 Millionen Franken.

22. November 2016, 00:00

Trotz der immer häufigeren Archivierung in elektronischer Form ist der Bedarf an Lager- und Archivräumen gross. So auch bei der Stadt Zug. Mit dem Umbau der ehemaligen Zivilschutzanlage (ZSA) im Parkhaus Casino soll nun zumindest in Sachen Kulturgüter eine deutliche Verbesserung erfolgen. Denn wie aus einer entsprechenden Vorlage des Stadtrats hervorgeht, soll besagte Anlage im Parkhaus Casino umgebaut und für die Lagerung von Kunstgegenständen fit gemacht werden. Kostenpunkt für das Projekt: 2,03 Millionen Franken.

Die zweigeschossige Zivilschutzanlage wurde 1983 in Betrieb genommen. Mitte Juli 2010 wurde sie auf Antrag des Stadtrates und mit Zustimmung des Amtes für Zivilschutz und Militär sowie des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz aufgehoben und aus dem Inventar des Bevölkerungsschutzes gestrichen.

Archiv und Bibliothek benötigen Lagerraum

Seit damals kann die Stadt Zug als Eigentümerin frei über die vormalige Zivilschutzanlage verfügen. Allerdings genügen die feuerpolizeilichen Anforderungen nicht, damit dort Leute untergebracht werden können. Dies, weil die Flucht aus der Anlage nicht gewährleistet ist. Schon vor geraumer Zeit ist die Idee entstanden, die Bruttofläche von rund 550 Quadratmetern anderweitig zu nutzen. Zwar plant die Stadt, einen grossen Teil ihres Archivs am neuen Standort der Stadtverwaltung an der Gubel­strasse 22 unterzubringen, wie Projektleiter Paul Knüsel erklärt. Doch Stadtarchiv und Bibliothek sind dringend auf rund 150 Quadratmeter Lagerraum angewiesen. Dieser Bedarf soll bis 2030 auf etwa 300 Quadratmeter ansteigen. Und auch der Kanton Zug und weitere Institutionen bekunden «grosses Interesse» für die langfristige Miete von entsprechenden Lagerflächen.

Im Frühling hat der Stadtrat den Planungskredit bewilligt, und das Projekt wird im Dezember von den vorberatenden Kommissionen des Stadtparlaments behandelt. «Die Herausforderung, aus dem Zivilschutzraum mit rund 480 Quadratmetern Nutzfläche einen Kulturgüterschutzraum zu bauen, besteht vor allem darin, dass die Anforderungen für die zivile Nutzung betreffend Brandschutz, Fluchtwege, Raumklima und auch Sicherheit wesentlich höher sind als beim bereits bestehenden Schutzraum», schreibt der Stadtrat in seiner Vorlage. Überdies sind für den Kriegsfall weiterhin gewisse Anforderungen einzuhalten. Dies erfordere einige Eingriffe und Ergänzungen des bestehenden Schutzraums, so der Stadtrat. Mit der Demontage aller Frischwasserleitungen und dem Schliessen der Bodenabläufe soll das Risiko eines Wasserschadens auf ein Minimum reduziert werden. Ein möglicher Eintritt von Wasser bei Türen wird nahezu verunmöglicht, und alle Räume werden mit Wassermeldern ausgerüstet.

Zahlreiche notwendige Sicherheitsmassnahmen

Nötig ist ausserdem eine Fluchttreppe, die sowohl vom unteren als auch vom oberen Geschoss ins Freie führt. Die Treppe lässt sich mit einem neuen Ausgang zum Stadtgarten realisieren und bestens in den Stadtgarten integrieren. Die Kulturgüter sollen zudem mit einer Brandmelde- sowie einer Sicherheitsanlage geschützt werden. So werden «sehr resistente» Türen eingebaut und eine Zutrittskontrolle und Einbruchüberwachung installiert.

Voraussichtlich Ende Januar wird der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug über den Projektkredit befinden und im März die Baueingabe erfolgen. Im August 2017 soll der Baustart erfolgen, und die Fertigstellung ist für Februar 2018 geplant.

Nicht tangiert wird übrigens die Lagerung der Kunstschätze der Burg, die der Kanton im Choller lagert. Die bleiben, wo sie sind.

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch


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