A2: Nidwalden hofft auf Nachbarn

VERKEHR ⋅ Das Astra winkt zwar ab, doch Nidwalden gibt nicht auf. Um in Hergiswil eine dreispurige Autobahn in Richtung Süden zu erhalten, zählt der Kanton auf die Unterstützung aus Luzern, Obwalden und Uri.
16. Juni 2017, 00:00

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

FDP-Landrat Ruedi Waser hatte vor einem halben Jahr mit einem Vorstoss Druck gemacht: Die Regierung soll sich beim Bundesamt für Strassen (Astra) dafür einsetzen, dass zwischen Lopper und Horw in beide Richtungen eine dritte Autobahnbahnspur realisiert wird. Hintergrund ist das Grossprojekt Bypass Luzern mit einem markanten Ausbau der Verkehrskapazitäten im Umkreis der Stadt Luzern.

Mit seinem Anliegen rannte Ruedi Waser beim Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger damals offene Türen ein. Dieser betonte vor gut zwei Wochen im Parlament, dass die Regierung in intensivem Kontakt mit den Zentralschweizer Baudirektionen sei und sich von ihnen Unterstützung erhoffe. Kürzlich hatte auch der Alpnacher Unternehmer Max J. Scheidegger in einem Leserbrief die Obwaldner Regierung «dringend» aufgerufen, mit Nidwalden gemeinsame Sache zu machen. «Es wird viel Einsatz und Durchhaltewillen brauchen», schrieb er.

Brief an drei Kantone verschickt

Die Baudirektoren von Luzern, Uri und Obwalden haben nun tatsächlich ein Schreiben ihres Nidwaldner Amtskollegen Niederberger erhalten. «Ich habe sie aufgefordert, unser Begehren zu unterstützen», sagt Josef Niederberger auf Anfrage. Jürg Blattner, Leiter des Amts für Raumentwicklung und Verkehr in Obwalden, bestätigt den Eingang des Schreibens. «Der Kanton Nidwalden bittet darum, dass der Kanton Obwalden sich für den Nationalstrassenausbau im Bereich Luzern Süd–Lopper einsetzt», so Blattner. Unabhängig vom Schreiben aus Nidwalden sei der Kanton Obwalden «bereits daran, die vorgesehenen beziehungsweise nicht vorgesehenen Ausbauten des Nationalstrassennetzes» zu prüfen. Dazu gehöre auch der angesprochene Abschnitt.

Der Kanton Nidwalden stört sich vor allem an der Tatsache, dass das Astra zwar eine sechsspurige Autobahn (drei Spuren pro Richtung) im Tunnel Spier bei Horw vorsieht, nicht aber in Hergiswil. Nidwalden befürchtet deshalb, dass die A2 in Hergiswil zu einem Flaschenhals werden könnte, worunter das Dorf Hergiswil am meisten zu leiden hätte. Ab Lopper bis Tunnel Spier (Fahrtrichtung Norden) wird eine dritte Fahrspur gebaut inklusive einer Verbesserung des Lärmschutzes. «Dank einem namhaften Beitrag der Gemeinde Hergiswil werden diese Massnahmen bereits 2019 umgesetzt», erklärt Niederberger. Nicht aber in Fahrtrichtung Süden: Hier bleibt es nach dem Willen des Bundesamts für Strassen bei zwei Spuren.

Das Astra begründet dies vor allem damit, dass ein Ausbau von zwei auf drei Spuren Richtung Süden enorm teuer würde, weil die Strasse hier bergseitig und grösstenteils unter der Galerie liegt. Zudem würden Verkehrssimulationen zeigen, dass keine dauerhaften Überlastungen zu befürchten seien. Die Hoffnung aber stirbt zuletzt: Getreu diesem Motto wartet der Kanton Nidwalden auf tatkräftige Unterstützung von Nachbarkantonen.

Obwalden will sich «mit Nachdruck» einbringen

Immerhin, so betont Josef Niederberger, würde beispielsweise auch Obwalden profitieren, wenn die Staugefahr in Hergiswil und vor dem Lopper reduziert werden kann. Allerdings ist sich Niederberger bewusst, dass sein Handlungsspielraum und seine Einflussmöglichkeiten – das gilt vor allem auch für die Nachbarkantone – nicht allzu gross sind.

Auch Jürg Blattner weist darauf hin: «Der Kanton Obwalden kann seine Haltung zwar nicht in der gleichen Art wie der Kanton Nidwalden im Rahmen der Arbeiten des Astra zum Ausbau der A2 einbringen, wird sie jedoch auf anderen Kanälen dem Bund mit Nachdruck mitteilen», wie er auf Anfrage schriftlich mitteilt.


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