Anhängerstreit führt zu Morddrohungen

HERGISWIL ⋅ Der Zwist um einen parkierten Anhänger am Rosenweg eskaliert. Die Staatsanwaltschaft musste aktiv werden – wegen Morddrohungen gegenüber dem Anhängerbesitzer.
12. August 2017, 00:00

Der Schauplatz: ein Hergiswi- ler Restaurant, morgens um 6.30 Uhr. Der Besitzer eines Anhängers, der dauerhaft am Rosenweg parkiert ist, trinkt friedlich seinen Kaffee. In der morgend­lichen Stille betritt Kläger B. K.* den Raum und beginnt, den Anhängerbesitzer verbal unter der Gürtellinie zu verunglimpfen.

Die Tirade gipfelt in Morddrohungen. Gemäss Zeugenaussagen stösst er diese mehrmals aus. Der Anhängerbesitzer lässt das nicht auf sich beruhen und reicht deshalb Strafanzeige ein. Der Vorfall liegt einige Monate zurück. Mittlerweile hat die Polizei B. K. einvernommen. Auch mehrere Zeugen, dar­unter der Wirt, wurden befragt. Das Ergebnis: Sie machten übereinstimmende Aussagen und bestätigten die Morddrohungen. Dies geht aus dem Protokoll der Ermittler hervor, das unserer Zeitung vorliegt. «Er redete laut, bedrohlich laut», lautete demnach einer der Aussagen. Ein anderer meinte, dass sich die beiden jeweils gegenseitig beschimpfen, wobei B. K. die schlimmeren Ausdrücke verwenden würde.

Mehrere Zeugen einvernommen

Ein weiterer Zeuge will gemäss Protokoll gehört haben, dass der Inhaber der Nachbarliegenschaft drohte, den Anhängerbesitzer mit einer Schaufel zu erschlagen.

Der Anhängerbesitzer sagte gegenüber der Polizei aus, dass er sich nach diesen Drohungen «himmeltraurig» gefühlt habe. Der Angeschuldigte erhielt von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen Drohung und Beschimpfung aufgebrummt: Busse 800 Franken, Gebühr 710 Franken, total 1510 Franken. Dazu kommt eine bedingte Geldstrafe von 4200 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. B. K. akzeptierte den Strafbefehl vorbehaltlos, sodass dieser automatisch Rechtskraft erlangte. Der Fall selber ist damit aber nicht vom Tisch. Erklärtes Ziel von B. K., der am Rosenweg ein Dreifamilienhaus besitzt: «Der Gemeinderat soll endlich das öffentliche Wegrecht durchsetzen und den seit Jahren abgestellten Anhänger beseitigen lassen.» Fakt ist: Der besagte Weg befindet sich in der Kernzone von Hergiswil und ist im Grundbuch mit einem öffentlichen Wegrecht belastet. Doch wird dieses infolge des parkierten Anhängers auf ein Minimum von weniger als 80 Zentimetern beschränkt, obwohl die Breite an jener Stelle 2,40 Meter beträgt. Das ärgert nicht nur den Kläger, auch der Gemeinderat ist nicht erfreut über die Situation. In einem Schreiben vom 14. Dezember 2016 hatte er B. K. mitgeteilt: «Auch uns ist der abgestellte Anhänger ein Dorn im Auge, und wir werden versuchen, mit dem Eigentümer eine güt­liche Lösung zu finden.»

Gemeinderat sind angeblich die Hände gebunden

Doch passiert ist bisher nichts. Im Gemeinderatsentscheid, der unserer Zeitung ebenfalls vorliegt, heisst es: «Leider ist der Eigentümer unserer Aufforderung, den Anhänger zu entfernen, bis heute nicht nachgekommen.» Fazit der Behörden: «Für die Gemeinde Hergiswil gibt es keine rechtliche Grundlage, den Anhänger gegen den Willen des Eigentümers polizeilich wegschaffen zu lassen.»

Das will der Kläger indes nicht akzeptieren. Er hat gegen den Gemeinderatsbeschluss Beschwerde beim Regierungsrat erhoben. Dessen Entscheid ist ausstehend und dürfte im Verlauf des Herbsts fallen. Mindestens bis dann wird der Anhänger auf dem Rosenweg stehen bleiben.

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

* Name der Redaktion bekannt.


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