Auf Firmenareal könnten Wohnungen entstehen

STEINHAUSEN ⋅ Die Crypto AG richtet sich neu aus: Dies bedeutet neben Entlassungen auch einen neuen Standort. Ihr bisheriges Areal ist bereits verkauft, und die Gemeinde will sich für öffentliche Interessen einsetzen.
07. Februar 2018, 00:00

Die grossen Umwälzungen bei der Crypto AG in Steinhausen betreffen auch den Standort. In der Ausgabe vom 25. Januar berichtete unsere Zeitung, dass das IT-Unternehmen die Geschäftssparten National und International trennt. Während der schwedische Unternehmer Andreas Linde den internationalen Teil übernimmt, wird das Schweizer Geschäft in die neue Crypto Schweiz AG überführt. Maximal 14 Mitarbeitende erhalten aufgrund dessen in diesem Jahr die Kündigung.

In Steinhausen beschäftigt das IT-Verschlüsselungsunternehmen rund 140 Mitarbeiter. Ob das Unternehmen weiter in Steinhausen seinen Sitz haben wird, steht noch in den Sternen. Denn bereits im letzten Dezember hat sich die Crypto AG von ihrem Areal in der Steinhauser Feldmatt getrennt. Wer das rund 30000 Quadratmeter grosse Grundstück gekauft hat, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

Gesucht: Neuer Standort im Kanton Zug

Für die Projektentwicklung, Realisierung und Vermarktung ist die Peikert Immobilien Projekte AG zuständig. Crypto-CEO Giuliano Otth sagte in unserer damaligen Ausgabe, dass die ­Firma das Gebäude verlassen werde, da es nicht mehr den Ansprüchen genüge. Die Crypto Schweiz AG sowie die neue Crypto International AG wollen bis Ende Jahr einen neuen Standort im Kanton Zug finden. Die Gemeinde Steinhausen stehe schon seit längerem in Kontakt mit dem IT-Verschlüsselungsunternehmen: «Die Firma Crypto hat immer sehr transparent informiert», sagt Finanzvorsteherin Carina Brüngger (FDP). Da das Unternehmen seit 1966 in Steinhausen angesiedelt sei, kenne es die Vorzüge des Standorts, meint Brüngger weiter. Was auf dem Areal einst entstehen wird, ist gänzlich offen, die Möglichkeiten sind zahlreich: «Das Areal ist in einer Wohn- und Arbeitszone. Somit können Gewerbe und Wohnungen gebaut werden. Im Rahmen des anzupassenden Bebauungsplans wird die Gemeinde sich für die öffentlichen Interessen einsetzen», relativiert Andreas Hürlimann (Grüne), Vorsteher Bau und Umwelt. Die Gemeinde habe aber selber kein Projekt geplant.

Bernhard Häni, Inhaber von Peikert Immobilien Projekte AG, sieht als ersten Schritt ein Zusammenkommen mit der Gemeinde. «Wir könnten uns vorstellen, dass über einen Bebauungsplan und einen Architekturwettbewerb die mögliche Nutzung aufgezeigt wird. Aus unserer Sicht eignet sich das Areal vor allem für Wohnen und entlang der Zugerstrasse für eine gemischte Nutzung.»

«Wichtig ist, dass die Crypto nicht unter Druck kommt»

Häni betont im gleichen Atemzug aber, dass noch keine konkreten Pläne oder Projektvorstellungen vorliegen. So sei auch mit der Crypto vereinbart, dass das Unternehmen auf dem Areal bleiben darf, bis ein neuer Standort gefunden ist. «Wichtig ist für uns, dass die Crypto in dieser Beziehung nicht unter Druck kommt, sondern genügend Zeit hat, ihr neues Zuhause zu finden», sagt Bernhard Häni.

FDP-Gemeinderätin Carina Brüngger erklärt auf Anfrage, dass die Gemeinde der IT-Firma keine Gewerbeflächen anbieten kann. «Wir versuchen aber immer, Firmen, die nach Steinhausen kommen möchten, zu unterstützen.» Zusammenfassend sagt sie: «Sollte die Firma Steinhausen verlassen, geht ein attraktiver Arbeitgeber. Ebenfalls bedauerlich ist, dass Mitarbeitende ihre Stelle verlieren.»

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch


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