Brand zerstört Mehrfamilienhaus

BECKENRIED ⋅ Rund 100 Feuerwehrleute kämpften gestern während sieben Stunden gegen Flammen und Hitze, eine Person musste ins Spital. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.
15. Mai 2017, 00:00

Christoph Riebli

christoph.riebli@nidwaldnerzeitung.ch

Die immense Hitze hat selbst am Nachbarhaus vis-a-vis ihre Spuren hinterlassen. Die Dichtung des Garagentors quellte, die Abdeckung der Codeeingabe zum Öffnen desselbigen wurde derart verbogen, dass sie aus der Halterung sprang: Die Hitzequelle war ein Mehrfamilienhaus an der Rütenenstrasse in Beckenried, das am frühen Sonntagmorgen gegen 0.45 Uhr in Vollbrand geriet.

«Die Hitzeentwicklung war enorm», bestätigte gestern der Nidwaldner Feuerwehrinspektor Toni Käslin auf Anfrage. Damit die rund 100 aufgebotenen Feuerwehrleute überhaupt von der Strasse aus hätten arbeiten können, habe man die Umgebung mit einem mobilen Lüfter, der Wasser verstäubt, herunterkühlen müssen. Sieben Stunden lang dauerten die Löscharbeiten, denn das Holzhaus stand bereits in Vollbrand, als die Feuerwehren aus Beckenried, Stans und Emmetten eintrafen: «Das ist aussergewöhnlich, obwohl wir eigentlich schnell vor Ort waren», sagt Toni Käslin.

Alarmieren konnte der einzige Bewohner, der in der Nacht auf Sonntag zu Hause war, gleich selbst. Er hatte die Feuerwehr vom Nachbarhaus aus verständigt und musste daraufhin wegen Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung mit dem Rettungsdienst ins Spital gebracht werden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll der Brand in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses ausgebrochen sein. Die genaue Brandursache werde nun durch Spezialisten in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nidwalden ermittelt. «Beim Brand entstand am Gebäude ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken», teilt die Kantonspolizei Nidwalden mit.

«Es war ein guter Einsatz», zieht Feuerwehrinspektor Käslin Bilanz. Besonders auch, weil man schnell geklärt hatte, dass keine weiteren Personen mehr im Haus waren: «Wenn ein Wohnhaus in Vollbrand ist, sind die Möglichkeiten, Leben zu retten, relativ klein – das ist beklemmend.» Auch sei eine Schadenminderung am betroffenen Objekt dann fast nicht mehr möglich. Deshalb habe sich die Feuerwehr auf den Schutz der beiden umliegenden Häuser konzentriert – mit Erfolg.

«Die Hitze- entwicklung war enorm.»

Toni Käslin

Nidwaldner Feuerwehrinspektor


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