«Das Geld kommt den Kindern zugute»

ANERKENNUNGSPREIS ⋅ Die Albert-Koechlin-Stiftung hat gestern vier Vereine ausgezeichnet. «Grenzenlos Rigi» freut sich besonders, wie Mitglied Petra Ott sagt. Sie hofft nun auf mehr Kinder und Betreuer – vor allem Männer.
12. Januar 2018, 00:00

Vereine kämpfen vielerorts um Mitglieder – freiwilliges Engagement ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Hier möch- te die Albert-Koechlin-Stiftung Gegensteuer geben. Gestern hat sie deshalb vier Vereine aus der Zentralschweiz mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet, der jährlich verliehen wird und mit mehreren zehntausend Franken dotiert ist.

Geehrt wurde unter anderem der Verein Grenzenlos Rigi aus Küssnacht mit 20000 Franken. Der Name ist Programm: Denn die acht Mitglieder – mehrheitlich ehemalige Leiterinnen bei Jungwacht und Blauring – setzen sich für Kinder und Jugendliche ein, die an einer körperlichen oder geistigen Einschränkung leiden. Durch Ausflüge, Bastelarbeiten oder Spaziergänge zeigen die Betreuerinnen den Kindern auf, dass ihnen keine Grenzen gesetzt sind – «grenzenlos» eben. Mit dem Preis habe sie überhaupt nicht gerechnet, sagt Vereinsmitglied Petra Ott auf Anfrage. «Wir haben uns riesig gefreut», sagt die Kauffrau. Konkrete Ideen, was sie mit dem Preisgeld machen werden, habe sie noch nicht. «Das Geld kommt sicherlich den Kindern zugute. Schön wäre es, wenn wir wieder mal einen grossen Ausflug unternehmen könnten. Zum Beispiel in den Zoo.» Schon mit solch vermeintlich kleinen Gesten könne man den Kindern einen unvergesslichen Tag ermöglichen, sagt Ott und nennt ein weiteres Beispiel: «An unserem letzten Treffen gingen wir ins Kino. Die Kinder waren völlig fasziniert von der grossen Leinwand und der Atmosphäre.» Neben dem Verein sei es den Kindern zwar nicht verwehrt, solche Ausflüge zu unternehmen. Doch der Aufwand sei jeweils gross, weiss Ott, die seit vier Jahren im Verein tätig ist. «Ein spontaner Kinobesuch liegt oft nicht drin. Man muss etwa abklären, ob der Saal rollstuhlgängig ist, und einen Transport organisieren.»

Der Verein Grenzenlos Rigi führt einmal im Monat ein Treffen durch. Drei bis sechs Kinder nehmen jeweils teil. An­gemeldet sind insgesamt neun Kinder aus Küssnacht und Umgebung. Gerne würde man noch mehr Kinder aufnehmen, sagt Petra Ott. Das sei aber nur möglich, wenn der Verein die Anzahl Betreuer und Betreuerinnen halten oder erhöhen könne. «Vor allem ein weiterer Mann wäre schön – das würde vor allem den Knaben gefallen.»

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch


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