«Der Name Trump bedeutet für uns nichts»

ZUG ⋅ Der stellvertretende Armeechef Aldo Schellenberg sprach vor der Zuger Offiziersgesellschaft – und über das WEF 2018.
13. Januar 2018, 00:00

Nach einjähriger Absenz fand die Generalversammlung der Offiziersgesellschaft des Kantons Zug am Donnerstagabend wieder im frisch renovierten Casino Zug statt. Als Referent luden die Offiziere Aldo Schellenberg ein, den stellvertretenden Chef der Schweizer Armee.

Vor seinem Referat hatte unsere Zeitung Gelegenheit, mit dem Korpskommandanten zu sprechen. Wie wirkt sich der Besuch von US-Präsident Donald Trump am Weltwirtschaftsforum (WEF) Ende Januar in Davos auf die Schweizer Armee aus? «Namen bedeuten für uns nichts», sagte Schellenberger und fügte an: «Wir mussten schon für Bill Clinton, John Kerry und den chinesischen Präsidenten in Davos Sicherheitsaufgaben übernehmen. Für uns ist das Routine, ein völlig normaler Auftrag.» Viel mehr gehe es am WEF für die Armee darum, den Kanton Graubünden zu unterstützen und alle notwendigen Sicherheitsmassnahmen sicherzustellen, präzisierte er.

«Sicherheit ist nicht alles – aber ohne Sicherheit ist alles nichts», begann Schellenberg anschliessend sein Referat. Risiken und Bedrohungen seien nicht mehr nur Hirngespinste, sondern zur Tatsache geworden. Er verwies auf die zahlreichen Anschläge der letzten Jahre sowie auf die zunehmenden Cyberattacken. «Die Welt ist aus den Fugen, die internationale Lage ist komplex und unberechenbar. Sicherheit ist darum nicht mehr naturgegeben.» Schellenberg sprach mehrmals vom «Wollen», das aber unbedingt das «Können» brauche. Er zeigte auf, welche Waffensysteme der Schweiz bald am Ende ihrer Lebensdauer sind, und warb für das Geld für deren Ersatz. «Ein bisschen weniger ausgeben sei nicht gespart, sagt meine Frau. Und sie hat in der Regel Recht. Nur wer kann, hat die Option zu wollen.»

Auch Zuger Polizei in Davos tätig?

Das WEF war nicht nur an der Versammlung der Zuger Offiziere Thema. Auch auf politischer Ebene hat es im Kanton Zug bereits für einen Vorstoss gesorgt. So will die Alternative-die Grünen vom Regierungsrat in einer Kleinen Anfrage wissen, inwiefern der Kanton Zug und insbesondere die Zuger Polizei die Sicherheitskräfte im Rahmen des WEF 2018 unterstützt.

Die Partei will zudem eine Aufstellung, welche die Kosten inklusive Planung und Überstunden aufzeigt, und fragt, ob und wie hoch die diesbezügliche Unterstützung in den letzten Jahren war. Und: «Ändert sich für den Kanton Zug etwas aufgrund der Teilnahmeankündigung des US-Präsidenten?»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Stv. Chef der Armee


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