Die Ersten liebäugeln mit Hochhaus

ZUG ⋅ Die Stadtzuger Stimmbürger haben einem neuen Hochhausreglement zugestimmt. Das kommt gut an: Im Gebiet des Einkaufszentrums Metalli könnte in den nächsten Jahren ein neuer Turm entstehen.
29. November 2017, 00:00

Samantha Taylor

samantha.taylor@luzernerzeitung.ch

Die Zugerinnen und Zuger haben am vergangenen Sonntag Ja gesagt zu einem Hochhausreglement in der Stadt. Damit wird bestimmt, wo in der Stadt künftig Hochhäuser gebaut werden und wie hoch diese sein dürfen. Der Entscheid der Bevölkerung kommt bei diversen Grundstückseigentümern und Investoren gut an (siehe Kasten). Gross ist die Freude vor allem bei all jenen, die in der Hochhauszone I liegen – also in jener Zone, in der die Hochhäuser maximal 60 Meter und in Ausnahmefällen sogar 80 Meter hoch sein dürfen. Diese Zone erstreckt sich unter anderem über Teile der Baarerstrasse sowie des Siemensareals.

Während einige Grundstückseigentümer vom Reglement noch nicht Gebrauch machen werden, lassen andere dies bereits in ihre Planungen einfliessen. «Wir begrüssen es sehr, dass es jetzt klare Spielregeln gibt», sagt Tobias Achermann, CEO der Zug Estates AG. Das Unternehmen ist Eigentümerin von rund 60000 Quadratmetern Land; unter anderem gehören ihr das Metalli-Grundstück, die Liegenschaft mit dem Parkhotel und das Gebiet rund um den City Garden. «Das Hochhausreglement wird in unsere Masterplanung einfliessen», erklärt Achermann.

Ein «attraktives Mittel» für Verdichtung

Die Zug Estates hat im Geviert Metalli, wie sie das Gebiet zwischen dem Metalli-Zentrum und dem Citygarden nennt, in den nächsten Jahren Grosses vor. Man wolle das Gebiet neu gestalten, so Achermann. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 300 bis 400 Millionen Franken. Seit einigen Wochen sind vier Planungsteams daran, einen sogenannten Masterplan für das Gebiet zu entwickeln. «Das Hochhausreglement und die Vorgaben daraus werden nun in ihr Pflichtenheft fliessen», erklärt Achermann. Denkbar ist in diesem Masterplan alles – von Abriss und Neubau bis hin zu lediglich kleineren Veränderungen. «Wir haben den Planern wenig Vorgaben gemacht», sagt Achermann. Fest stehe bisher einzig, dass der Nutzungsmix aus Gewerbe, Büros, Wohnungen und wohl auch einem Hotel ähnlich bleiben soll.

Grundsätzlich will die Zug Estates in diesem Gebiet verdichten. daher sind auch Hochhäuser ein Thema. Man habe zwar noch nichts Definitives entschieden, so Achermann. Aber: «Hochhäuser sind ein attraktives Mittel für Verdichtung, und wer unsere Projekte kennt, etwa die Rotkreuzer Suurstoffi, weiss, dass wir gerne in die Höhe bauen.» Die Zug Estates realisiert dort derzeit ein 60-Meter-Hochhaus. Ob man diese Höhe auch in der Stadt Zug anpeilt oder dort sogar bis auf 80 Meter will, dazu kann Achermann noch nichts sagen. Nächstes Jahr will die Zug Estates das Siegerprojekt küren. Ziel sei es, nach dem Abschluss des Projekts Suurstoffi im Jahr 2020 die Planung im Zentrum der Stadt Zug voranzutreiben und das neue Projekt dort zu realisieren.


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