Drei Gedenktage für den Landesheiligen

BRUDER KLAUS ⋅ Ateliers, eine Fernseh-Messe, Gäste von überall her, ein neues Bruder-Klausen-Lied und zwei Volksapéros prägen die drei Gedenktage vom Wochenende zum 600-Jahr-Jubiläum von Niklaus von Flüe.
21. September 2017, 00:00

Bruder Klaus Feier

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

«Es ist schön, dass Sachseln Leute wie Schriftsteller Heinrich Federer oder alt Bundesrat Ludwig von Moos beheimaten kann, aber Bruder Klaus und Dorothee überstrahlen alles. Sie sind unser Marketing geworden, das wir auch künftig sehr stark pflegen wollen», sagte Tony Amrhein, Sachsler Gemeinderat und OK-Präsident der drei Gedenktage, kürzlich an einer Medienkonferenz zum kommenden Wochenende. Zwar habe man keine Ahnung, wie viele Leute Sachseln und das Flüeli besuchen werden. «Aber wir sind gewappnet und wollen ein guter Gastgeber sein. Wir haben auch spezielle Plätze geschaffen, wo man sich in der Nähe von Restaurants mit einfachen Menüs verpflegen kann.» In den Restaurants selber wäre eine Anmeldung von Vorteil, meinte er. Am Sonntag feiert der Kanton das Bruder-Klausen-Jubiläum mit 150 und am Montag mit 250 Gästen sowie je einem Volksapéro.

Essen und Leben zu Zeiten von Bruder Klaus

Das dreitägige Gedenkwochenende beginnt am Samstag mit einem grossen Familientag, an dem sich alle Pfarreien des Kantons beteiligen (siehe Kasten). «Die Ateliers sind jederzeit besuchbar», sagt Dekan Bernhard Willi, Pfarrer von Sarnen und Organisator des Familientages. Da geht es etwa um Leben und Essen zu Zeiten von Bruder Klaus, man kann erfahren, wie es ist, wie im Mittelalter barfuss zu gehen, es werden Visionen entwickelt. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst im Ranft. Dort gibt es auch kurze Anspielszenen zum Thema Entscheidung – einem Thema, das die Familie von Flüe damals bewegte. «Die zwei Eheleute haben miteinander gerungen, wir versuchen, eine Brücke zu heutigen Familiensituationen zu schlagen.» Passend zum Thema hat Lisbeth Schmid das Lied «Warum» komponiert. Es beginnt mit den Worten: «Was sell ich machä, was sell ich tuä? Ich weiss es ­eifach nid, es lahd mier kei Rueh.»

Am Sonntag findet eine im Fernsehen übertragene Messe statt. Neben Kardinal Kurt Koch, der auch am Montag am Gottesdienst teilnimmt, sind unter anderen Bischof Nicolas Djomo (Kongo), Erzbischof Philippe (Ouagadougou, Burkina Faso) und der indonesische Erzbischof Vincentius Potokota zu Gast. Nach der Messe gibt es einen Volksapéro.

Am Sonntag, dem eigentlichen Bruder-Klausen-Tag, wird im Rahmen des Gottesdienstes in der Pfarrkirche Sachseln ein neues Bruder-Klausen-Lied uraufgeführt. Das Liturgische Institut hatte dazu einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. Ausgewählt wurde eine Komposition von Kirchenmusiker Joseph Bisig aus Thun. Der Text, geschrieben vom Walliser Kirchenmusiker und Theologen Josef-Anton Will, will laut dem Institut «nicht flüssig heruntergesungen werden. Er will uns auf den suchenden Weg des Niklaus von Flüe mitnehmen.» Das Lied lasse sich auch a cappella singen. «Diese drei Tage ergänzen die ökumenische Feier vom 1. April in Zug und den Staatsakt vom 30. April in Sarnen», sagt Tony Amrhein. «Der Fokus der Gedenktage liegt auf Niklaus von Flüe als spirituellem Mensch und Mystiker sowie auf seiner Frau Dorothee, ohne die der Lebensweg von Bruder Klaus nicht möglich gewesen wäre.» Zu ihr wird im Museum Bruder Klaus auch die neuste und frühste geschichtliche Erwähnung aus einem Besuch des Klosters Engelberg gezeigt. Die Quelle erlaubt wichtige Rückschlüsse auf Dorothees Bedeutung als historische Figur.

www. Link zum neuen Bruder-Klaus-Lied: luzernerzeitung.ch/bonus

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