Ein Natur-Hotel für den Axenstein

MORSCHACH ⋅ An der Stelle, wo früher das Grandhotel Axenstein stand, soll ein neuer Hotelkomplex entstehen. Die Anlage verspricht den Gästen nicht nur Komfort, sondern auch den Rückzug in die Natur.
07. Oktober 2017, 00:00

Andreas Seeholzer

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Anstelle des ehemaligen Grandhotels Axenstein soll eine neue, beschauliche Hotelanlage gebaut werden. Bei der Gemeinde Schwyz liegt zurzeit der entsprechende Gestaltungsplan zum Projekt auf. Die Bauherrin ist die Axenstein Park AG. Verwaltungsrat Iwan Rickenbacher sagte, dass noch keine Angaben zu den Kosten gemacht werden können. «Klar ist aber, dass kein Luxusressort geplant ist, sondern ein Ort, den sich auch normale Bürger leisten können.» An der Anlage vorbei führt der «Weg der Schweiz».

Zwölf Pavillons mit je zwei Hotelzimmern sind auf dem Areal Axenstein geplant. Das Ankunftsgebäude liegt am Weg der Schweiz. Ein Freiluft-Café soll unter zwei Riesenmammutbäumen zu liegen kommen. Die Hotelzimmer sind über dem Res­taurant platziert in der Form ­eingeschossiger Pavillons. Das geplante Restaurant hat 60 Sitzplätze und steht auswärtigen Besuchern offen.

Angebote für die Allgemeinheit

Für die Allgemeinheit sollen vielfältige Angebote geschaffen werden. Die noch erhaltenen, gartendenkmalpflegerisch wertvollen Strukturen des Grandhotels werden geschützt. Die vorhandenen Wege, Trockenmauern, Aussichtspunkte und Grillstellen werden saniert. Ein «Literaturweg», so wie es einzelne beschriebene Steine schon seit dem 19. Jahrhundert gibt, wird als Programm fortgeführt.

Im Richtprojekt heisst es, der «neue Hotel-Typ vermittelt den Rückzug in die Natur und nicht mehr das Sich-zur-Schau-Stellen der Gründerzeit». Der ökologische Mehrwert werde mit dem Einbezug der natürlich vorhandenen Strukturen von unterschiedlichen Lebensräumen geschaffen. Die heute landwirtschaft­lich genutzten Wiesen sollen zu einem vielgestaltigen, auf Biodiversität ausgerichteten und visuell erlebbaren Naturgarten werden. Die noch vorhandenen Strukturen des ehemals grossen Hotelparks «werden sorgfältig in das neue Konzept eingebunden und in gartendenkmalpflegerisch richtiger Weise saniert». Auch die beiden Riesenmammutbäume und die Kastanien bleiben erhalten. Die noch vorhandenen Waldwege, Kanzeln und Mauern sollen so weit nötig restauriert werden. Der ehemals schon vorhandene Golfplatz wurde vor einigen Jahren wieder aufgebaut.

Fusswege sollen zu den Hotelzimmern führen, der Zugang ist an deren Vorderseite zum See hin geplant. Entlang der Wege wird das Dach- und Oberflächenwasser in Gräben gesammelt und einem Sickerwasserbecken zugeführt. Nachts leuchten Lampions «dezent den Weg, ohne unnötige Lichtemissionen zu generieren». Wildhecken sollen die Sicht auf die Strasse verdecken. Seitlich sind Gartenzimmer angeordnet. Darin bieten Bäume den Gästen auf Liegestühlen und in Hängematten Schatten.

Vielfältige und artenreiche Vegetation

In den unterschiedlichen Bereichen ist auf engem Raum eine vielfältige, artenreiche Vegetation aufgrund der unterschiedlichen Expositionen, die mit den Böschungen und Gräben noch zusätzlich aufgewertet werden, geplant: Magerrasen, Blumenwiesen, Blumenhecken, Eichen und Obstbäume sowie die wechselfeuchten Sickergräben und Steilböschungen bieten Flora und Fauna spannende Lebensräume.

Mit unterschiedlichen Humusstärken, Lehm-Sand-Gemisch oder dem Freilegen allfälliger Steine werden im Axenstein zukünftig nicht nur Luftbewohner wie Vögel oder Fledermäuse gefördert, sondern auch Erdbewohner wie Wildbienen oder Frösche, Kröten und Molche, die zusätzlich Wasser als Lebensraum benötigen.


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