Einsprache gegen neuen Tunnel

14. Juli 2017, 00:00

Obwalden «Es soll für 270 Millionen Franken ein Luxusprojekt mit Tunnel und Anschlussanlagen erstellt werden, obwohl die Notwendigkeit einer Alternative zur bestehenden Strasse in keiner Art und Weise nachgewiesen ist.» Dies schreiben die Regionalsektionen der Verbände VCS, WWF und Pro Natura in ihrer Einsprache zuhanden des Bundes und der Obwaldner Regierung.

Stein des Anstosses ist der Bau eines neuen Strassenabschnitts samt Tunnel zwischen Giswil Süd und Lungern Nord. Die Region Kaiserstuhl würde damit im Berg umfahren. Der Zeitgewinn für Autofahrer würde nur etwa eine Minute betragen, Befürworter des Projekts aber heben die erhöhte Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hervor. Ihnen ist der heutige kurvenreiche und schmale Abschnitt der Brünigstrasse ein Dorn im Auge. Gegner des Tunnelbaus finden dagegen, das Projekt sei überdimensioniert und ein zu grosser Eingriff in Landschaft und Natur.

«Hauptkritikpunkt ist, dass das Projekt in jeder Hinsicht unverhältnismässig ist», schreiben die Umweltverbände in ihrer Mitteilung. «Weder die Bedeutung der Strasse noch das relativ ge­ringe Verkehrsaufkommen von durchschnittlich rund 9200 Fahrzeugen pro Tag im Gebiet Kaiserstuhl noch die Verkehrssicherheit rechtfertigen ein solches Grossprojekt.» (ve)


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