Entgleisung Schöllenen ist bald geklärt

12. September 2017, 00:00

Schöllenen Der gestrige Unfall ist nicht der erste in der jüngsten Vergangenheit im und um den Andermatter Bahnhof: Letztes Jahr ereigneten sich gleich zwei Zwischenfälle innerhalb von drei Monaten: Am 1. September entgleiste eine unbemannte Zugkomposition der Matterhorn-Gotthard-Bahn in der Schöllenen. Zuvor war sie im Bahnhof Andermatt weggerollt. Verletzte gab es keine, der Sachschaden belief sich auf 4 Millionen Franken.

Am 28. November rollte eine Rangierlok mit drei Dienstwagen im Bahnhof Andermatt weg – wiederum ohne Lokführer. Die Komposition prallte kurz nach dem Bahnhof gegen drei abgestellte Schotterwagen. Auch hier wurde niemand verletzt, zudem kamen die Verkehrsmittel und die Infrastruktur schadlos davon – anders als bei der Entgleisung in der Schöllenen.

Laut Christoph Kupper von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) wird der Untersuchungsbericht der Entgleisung vom letzten September bald veröffentlicht: «Er befindet sich im Moment in der Vernehmlassung bei den involvierten Parteien. Ich nehme an, wir können die Ursache bis Ende Jahr kommunizieren.»

Zu Beginn der Untersuchung hatte die Sust eine breite Palette möglicher Ursachen zur Auswahl. Zur Diskussion standen etwa menschliches Versagen, ein technischer Fehler oder sogar Sabotage. «Letzteres können wir ausschliessen», so Kupper. Viel eher verdichten sich die Hinweise, dass die beiden Unfälle vom letzten Jahr die gleiche Ursache haben. Denn: Interessanterweise wurden beide Kompostionen von einem Rangiertraktor des gleichen Modells angeführt. Kupper kann mit Blick auf die laufende Vernehmlassung zwar nichts Genaueres sagen, teilt allerdings mit: «Weil die Lok beim Zwischenfall vom November nicht beschädigt wurde, konnten wir auch Rückschlüsse auf den ersten Unfall ziehen und die Ursache so klären.»

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch


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