Nachgefragt

«Es ist viel Handarbeit»

13. Oktober 2017, 00:00

Die zwei Männer, welche auf der Urner Ruosalp verschüttet wurden (Ausgabe vom Mittwoch), bleiben vermisst. Laut Reto Pfister, Kommandant der Kantonspolizei Uri, kommen die Sicherungsarbeiten am Fels gut voran. Aber sie werden noch Tage dauern – die Spezialisten müssen das Gestein von Hand abtragen.

Reto Pfister, solange der Felsen nicht gesichert ist, können die Verschütteten nicht gesucht werden. Wie lange dauern die Arbeiten voraussichtlich noch?

Dank des guten Wetters kommen die zehn Spezialisten, welche im Einsatz stehen, gut voran. Zudem werden sie auch das ganze Wochenende über arbeiten. Allerdings gehen wir davon aus, dass die Sicherungsarbeiten bis Mitte der nächsten Woche dauern werden.

Weshalb?

Die Arbeiter müssen sehr viel Material abtragen. Und weil das Gelände so unwegsam ist, können sie keine Maschinen einsetzen. Das heisst, es ist viel Handarbeit. Vereinzelt werden sie zwar auch sprengen, aber es bleiben ihnen häufig auch nur Pickel und Locheisen, um das Gestein zu lösen.

Wie geht die Suche nach den Verschütteten vonstatten, sobald es die Sicherheitslage erlaubt?

Momentan sind die Spezialisten bei der Anrissstelle zu Gange, wo sie angeseilt arbeiten. Wenn der Felsen gesichert ist, wird sich ein Suchtrupp auf den darunterliegenden Weg begeben, wo das Unglück passiert ist. Dort werden sie nach den Vermissten suchen.

Die Kantonspolizei Uri hat mitgeteilt, dass man im direkten Kontakt zu den Angehörigen stehe. Wie sieht die Betreuung aus?

Einer unserer Mitarbeiter ist im engen Kontakt mit den Familien der beiden vermissten Männer. Er trifft sie mehrmals täglich persönlich oder spricht mit ihnen am Telefon. Er sorgt dafür, dass sie auf dem aktuellen Stand der Dinge sind und dass sie alle Informationen aus erster Hand erhalten. Zudem erklärt er ihnen die polizeiliche Vorgehensweise und hat ein offenes Ohr für Fragen. (kük)


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