Felsblock wird zu Staub gesprengt

URI ⋅ Im März wurde die Bristenstrasse durch einen Steinschlag schwer beschädigt. Gestern nun wurde oberhalb des ersten Kehrtunnels ein instabiler Felsblock erfolgreich gesprengt.
20. Juni 2017, 00:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Es ist 15.30 Uhr. Die Sonne brennt erbarmungslos vom blauen Himmel. In brütender Hitze macht sich eine Handvoll mit Feldstechern sowie Foto- und Videokameras ausgerüstete Vertreter der Baudirektion und einer Baufirma in Frentschenberg auf die Suche nach einem Aussichtspunkt, von wo aus man die gegenüberliegende Bristenstrasse überblicken kann. Die Aufmerksamkeit gilt einem rund 25 Kubikmeter grossen Felsblock: Er ist instabil und gefährdet die Bristenstrasse. Nun soll er ein für alle Mal weg.

Das Ganze erweist sich zunächst als echte Knacknuss. Überall versperren Bäume und Sträucher den Blick. Schliesslich wird man nach fast halbstündigem Herumwandern im teils sehr steilen Gelände doch noch fündig. Gegen 16 Uhr beziehen die Gruppe und einige Anwohner, die sich dazugesellt haben, in gespannter Erwartung der Sprengaktion Stellung.

Zuerst fliegt aber noch ein Helikopter in der Gegend der Sprengstelle herum und lässt einige Böller knallen. Dies nicht aus Freude über das bevorstehende Sprengspektakel, sondern um einige Gämsen zu vergrämen, die sich noch in der Gefahrenzone aufhalten. Das Ganze ist offensichtlich von Erfolg gekrönt.

Kurz, aber eindrücklich

Dann geht es plötzlich schnell. Exakt nach Zeitplan um 16.15 Uhr kündigt der Sprengmeister mit dem obligaten Tuten die Zündung der Sprengladungen an. Sekunden später folgt eine dumpfe Detonation, und es bildet sich eine mit kleinen Gesteinsbrocken durchsetzte Staubwolke, die sich in Form einer Palme den Hang hinabwälzt. Schon bald verzieht sich der Staub, und der Blick auf die unterhalb des weggesprengten Felsblocks liegende Strasse wird wieder frei. Die Fahrbahn scheint unbeschädigt. Sie ist aber mit einer dünnen Schicht Geröll übersät.

Die Beobachter der Baudirektion zeigen sich zufrieden mit der Sprengaktion. Allerdings weisen sie darauf hin, dass eine definitive Beurteilung erst am Tag nach der Sprengung möglich ist, wenn sich der Sprengbereich vollständig vom Eingriff beruhigt und wieder gesetzt hat. Etwa eine halbe Stunde nach dem grossen Knall seilen sich ein Geologe und zwei Bauarbeiter zur Sprengstelle ab und lassen einige Gesteinsbrocken herunterdonnern, die sich bei der Sprengung noch nicht ganz gelöst haben. Mit ihrer Einschätzung aus der Ferne lagen die Beobachter richtig. Gestern Abend bestätigte Kantonsingenieur Stefan Flury: «Die Sprengung verlief gemäss einer ersten Beurteilung wie geplant.» Der Felsblock sei in kleinste Teile zersprengt worden. Nachdem der Geologe das Gelände begutachtet und freigegeben habe, werde mit den Räumungsarbeiten begonnen. Ziel sei es, dass die Bristen­strasse am Freitagabend wieder für den Verkehr freigegeben werden könne. Während dieser Woche fahren für die Bevölkerung von Bristen wiederum Shuttlebusse sowie die Standseilbahn.


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