Für Chäslager-Sanierung fehlt noch halbe Million

STANS ⋅ Die Höfli-Stiftung sucht nach wie vor Sponsoren für die dringend notwendige Sanierung des Kulturhauses Chäslager. Das Sponsoring läuft bislang weit weniger gut als erwartet – deswegen gerät der Zeitplan in Verzug.
10. Februar 2018, 00:00

Eigentlich hätte die Höfli-Stiftung als Eigentümerin mit der Sanierung des Chäslagers Stans schon diesen Juni und mit dem Umbau des benachbarten Fluryhauses im April 2019 starten wollen. Dieser Zeitplan hat sich aber als zu ehrgeizig erwiesen. «Unser Ziel ist bei weitem noch nicht erreicht», sagt Stiftungs­sekretär Paul Brun. Er spricht ­damit das Geld an. Von den 600000 Franken, die man über Sponsoren, Stiftungen, Mäzenen und Gönner zusammenbringen will, kamen seit dem Start im November gerade mal 90000 Franken zusammen.

Eine Stiftung, drei Institutionen und eine Privatperson haben einen Beitrag zugesichert. Fünf Stiftungen erteilten eine Absage. Doch Paul Brun bleibt zuversichtlich. «Elf Stiftungen haben sich noch nicht entschieden und einige davon haben weitere Auskünfte über die Vorhaben und die Höfli-Stiftung verlangt. Das heisst, sie sind gegenüber dem Projekt grundsätzlich positiv eingestellt.» Erst wenn das fehlende Geld komplett beschafft ist, soll die rund sechsmonatige Sanierung starten. Paul Brun hofft, dass das diesen Sommer der Fall sein wird, wenn es im Chäslager keine Veranstaltungen gibt.

Dass gehandelt werden müsse, stehe ausser Frage. «Wir können in diesem Zustand den Betrieb nicht für mehrere Jahre weiterführen.» Das Gebäude sei in die Jahre gekommen, nicht behindertengerecht und auch in Sachen Brandschutz nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Um einen behindertengerechten Zugang zum dreistöckigen Gebäude zu ermöglichen, soll ein Lift eingebaut werden. Mit der Sanierung des Dachs – die Ziegel werden brüchig – sind ebenso energetische und schalltechnische Verbesserungen vorgesehen. Weiter ist aus Brandschutzgründen eine zweite Fluchttreppe notwendig, zudem soll der oberste Stock mit neuer Bühnentechnik versehen und die Küche von der untersten in die mittlere Etage verlegt werden.

Das benachbarte baufällige, derzeit leer stehende Fluryhaus, das die Stiftung 1981 erwarb, soll ebenfalls einer kulturellen Nutzung zugeführt werden. Vorstellbar ist etwa eine Galerie mit jährlich acht bis zwölf Ausstellungen von regionalen Künstlern. Die Stiftung rechnet mit Investitionen von rund 450000 Franken.

Gesamtkosten von 1,3 Millionen Franken

Für die Erneuerungen des gesamten Ensembles werden Kosten in der Höhe von 1,3 Millionen Franken erwartet. Neben den Beiträgen aus dem Spendenaufruf will die Stiftung eine Hypothek von 500000 Franken aufnehmen. Hinzu kommen je 100000 Franken vom Kanton und der Gemeinde Stans und ein Betrag des Historischen Vereins, sodass noch maximal 600000 Franken über Sponsoren aufgetrieben werden müssen.

Pro Jahr werden im Chäslager rund 15 Konzerte, 10 Theater und zwei Ausstellungen sowie Lesungen und andere Anlässe durchgeführt. Die Maskentheatergruppe Mummenschanz oder der Musiker Stephan Eicher traten in diesem Lokal ebenfalls schon auf, welches der Verein Chäslager seit 51 Jahren betreibt.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch


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