Grünes Licht für Klosterumbau

STANS ⋅ Der Umbau des Kapuzinerklosters wurde bewilligt. Dort soll ein Kulinarikzentrum entstehen.
09. September 2017, 00:00

Es geht voran mit dem Projekt im ehemaligen Kapuzinerkloster an der Mürg in Stans. Anfang Mai 2016 reichte die Senn Values AG, St. Gallen, als Investorin und Baurechtsnehmerin das Baugesuch ein. Die Gemeinde Stans hat mittlerweile die Bewilligung erteilt. «Jetzt können wir uns an die Planung des Klosterinnern machen», freut sich Dominik Flammer, Initiator und Projektleiter, der im Kloster ein Kompetenzzentrum der Regionalkulinarik mit dem Oberbegriff «Kulinarisches Erbe der Alpen» einrichten will.

Spätestens ein Jahr nach der Erteilung der Baubewilligung müssen die Umbauarbeiten starten. «Es ist alles schlank über die Bühne gegangen, wir mussten unsere Pläne nicht wesentlich anpassen», so Flammer. Nur in Sachen Feuer- und Denkmalschutz habe man geringfügige Änderungen vornehmen müssen.

Besucher sollen mit dem Zug nach Stans kommen

Im vergangenen Dezember äusserten Anwohner Bedenken, dass die schmale Mürgstrasse durch zusätzlichen Verkehr belastet würde. Diese Bedenken sind laut Flammer unbegründet: «Wir planen zusätzliche Parkplätze unten beim Sportplatz und Veloparkplätze des Veloverleihsystems Nextbike beim Kloster. Auch werden wir unsere Besucher ermuntern, mit dem Zug nach Stans zu kommen und den schönen Weg hinauf ins Kloster zu Fuss oder mit dem Velo zurückzulegen. Die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Velo entspricht ja auch dem Geist unseres kulinarischen Zentrums.» Gemäss einem früher erstellten Verkehrsgutachten führt das wiederbelebte Kloster dereinst auf der Mürg­strasse zu täglich 89 Mehrfahrten tagsüber und 13 Mehrfahrten abends, was verkraftbar sei.

Stiftung Kulinarisches Erbe der Alpen gegründet

Während der Bewilligungsphase blieb man nicht untätig. Kürzlich wurde die Stiftung Kulinarisches Erbe der Alpen (Keda) gegründet, die sich mit rund 5 Millionen Franken an den Kosten für den Aufbau des Kompetenzzentrums für Regionalkulinarik beteiligen wird, das im Herbst 2019 eröffnet werden soll. Die Stiftung habe dank Privatstiftern bereits einen Teil der Gelder beisammen, Flammer hofft aber noch auf weitere Privatstifter, insbesondere aus der Innerschweiz.

In den nächsten drei Monaten sollen das Betriebskonzept und das Betriebsbudget fertiggestellt werden, damit auch grös­sere Stiftungen um eine Beteiligung angegangen werden können. Im Sommer 2018 soll der Umbau des Kapuzinerklosters starten, etwa ein Jahr später die Gastronomie und die Schule, und danach sollen die gesamten Klosterräumlichkeiten eröffnet werden. Die Umbaukosten von rund 7 Mil­lionen Franken trägt die Senn Values AG als Baurechtsnehmerin, die das Kloster im Oktober 2015 vom Kanton Nidwalden für einen Franken im Baurecht übernommen hat.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch


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