Manager kämpft um seinen Bonus

URI ⋅ Ein Kadermitarbeiter fordert vom einstigen Arbeitgeber 46000 Franken. Dieser will aber nichts zahlen. Nun muss das Landgericht entscheiden.
09. Februar 2018, 00:00

Die zivilrechtliche Abteilung des Landgerichts Uri hatte sich gestern mit Forderungen aus einem Arbeitsvertrag zu beschäftigen. Ein ehemaliger Kadermitarbeiter fordert 46000 Franken von seinem einstigen Arbeitgeber, ei­nem in Uri domizilierten Unternehmen, als Bonuszahlung.

Der Mann trennte sich vom Unternehmen, weil er – eigenen Angaben zufolge – wieder zurück nach Deutschland wollte. Angestellt war er zwar bis Ende September 2016, effektiv anwesend war er aber offensichtlich weit weniger lang. Das Unternehmen hatte den Kadermitarbeiter nämlich ab zirka Ende Mai 2016 von der Arbeit freigestellt.

Bruttolohn von 154000 Franken

Bei der gestrigen Gerichtsverhandlung zeigte sich, dass die Fronten verhärtet sind. Beide Parteien wollen nichts wissen von Gesprächen miteinander, um allenfalls eine aussergerichtliche Einigung zu erzielen. Gestritten wird vor Gericht, ob die fraglichen Bonuszahlungen Lohnbestandteil sind oder nicht. Für den Anwalt des Klägers ist das klar der Fall. Daher pochte er auch auf das Geld. «Es ist mir ein Rätsel, weshalb der Bonus noch nicht ausbezahlt worden ist», sagte er. Der Kadermitarbeiter hatte einen Bruttolohn von 154000 Franken. Darin enthalten sind 9000 Franken Spesen. Dazu kommen Bonuszahlungen, wenn das vereinbarte Ziel erreicht wird. Diese liegen bei bis zu 40 Prozent des Bruttolohns. Der Anwalt des Klägers stellte sich auf den Standpunkt, der Kadermitarbeiter habe alle vereinbarten Ziele objektiv erreicht, der Bonus sei daher vertragsgemäss geschuldet.

Unternehmen sieht keine geschuldete Leistung

Das im Kanton Uri beheimatete Unternehmen hingegen stellt sich auf den Standpunkt, die Bonuszahlungen seien nicht Bestandteil des Lohns. «Es handelt sich vielmehr um eine freiwillige Leistung, also um eine Gratifikation, welche das Unternehmen bei guter Leistung zahlen kann», stellte der Anwalt klar. Das Unternehmen will nun aber für das Jahr 2016 keinen Bonus zahlen und sieht auch keinen Anlass, einen Teil des Geldes zu überweisen.

Der Anwalt des Unternehmens verglich den jetzigen mit einem früheren Fall, der bis vor Bundesgericht führte. Dabei hätten Landgericht wie auch Obergericht aufgezeigt, dass der Bonus nicht fixer Lohnbestandteil sei. Der Anwalt des Klägers sagte, die beiden Fälle könne man nicht so ohne weiteres vergleichen. Zudem seien in der Zwischenzeit einige bundesgerichtliche Urteile ergangen.

Kritisiert wird auch das Ar­beitszeugnis, das der Kadermitarbeiter erhalten hat. Der Anwalt fordert, dieses sei anzupassen. «Das Arbeitszeugnis ist zwar gut, aber nicht sehr gut.» Sein Mandant habe jedoch stets sehr gute Leistungen gezeigt und die ihm gestellten objektiven Kriterien klar erfüllt. Zudem sei das Arbeitszeugnis unvollständig, so werde insbesondere der Aufgabenbereich des Kadermitarbeiters zu wenig genau umschrieben. Der Anwalt des Unternehmens bezeichnete das Zeugnis hingegen als sehr gut. Was der Kläger fordere, sei ein Wunschzeugnis. Das sei aber nicht möglich. «Ein Arbeitszeugnis kann man sich nicht wünschen.»

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis

Das Urteil wird den Parteien in den nächsten Tagen im Dispositiv schriftlich eröffnet.


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