Neubau kostet 188Millionen

ZUG ⋅ Seit Jahren ist die Buszentrale der Zugerland Verkehrsbetriebe ein heisses Eisen. Nun ist der Preis des Stützpunkts bekannt. Offen ist der Standort.
14. November 2017, 00:00

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Cyrill Weber ist Unternehmensleiter der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) und normalerweise sehr kommunikativ. Doch bei einer Frage schweigt er wie ein Grab: Wie teuer ist der neue ZVB-Hauptstützpunkt? Auch bei der neuen ZVB-Verwaltungsratspräsidentin Silvia Thalmann hilft alles Nachfragen nichts.

Jetzt haben zwei Gemeinderäte das Geheimnis gelüftet. Seit kurzem sind die Aussagen von Philip C. Brunner (SVP) und Martin Eisenring (CVP) im Protokoll der Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) vom 31. Oktober zu lesen. Die entscheidende Passage: «Vor ein paar Tagen hat Philip C. Brunner die Unterlagen erhalten. Danach plant die ZVB ­einen neuen Hauptstützpunkt mit Kosten von 188,4 Millionen Franken.» Inzwischen hat auch die ZVB auf ihrer Homepage gut versteckt den Preis genannt.

ZVB brauchen finanzielle Hilfe vom Kanton Zug

Weiter ist dem Protokoll zu entnehmen: Die finanziellen Mittel der ZVB würden nicht reichen, «um den Neubau vollständig eigenständig zu finanzieren». Es sei deshalb geplant, «dass der Kanton Zug sich mit einem Investitionsbeitrag beteiligen wird».

Für Philip C. Brunner ist klar: «So geht es nicht. Es kann nicht an einem heiklen Standort in der Stadt ein solcher Bau bewilligt werden.» Dabei nennt Brunner vor allem den Wandel in Bezug auf die Mobilität: «Der öffentliche Verkehr der nächsten Jahre wird mit dem heutigen nicht mehr zu vergleichen sein.» Das Dieselzeitalter komme zu einem Ende.

Martin Eisenring (CVP) macht sich dabei für eine Auslegeordnung stark: «Zuerst soll analysiert werden, was die vernünftige Lösung ist. Erst dann sollen irgendwelche baulichen Massnahmen ergriffen werden und nicht umgekehrt.» Der städtische Bauchef André Wicki lässt sich dann auch noch verlauten: «Die Stadt Zug fordert mehr Dynamik im Umgang mit dem öffentlichen Verkehr. Man denke nur an die Digitalisierung.» Wicki sagt auch, die Stadt sei mit dem Kanton wegen des Standortes im Gespräch. Derzeit ist aber noch nicht einmal klar, wann sich der Kantonsrat mit der Richtplananpassung befassen wird. Diese ist eine Voraussetzung, um den neuen Stützpunkt an der Aa bauen zu können.

Der Kanton macht sich für den heutigen Standort stark. Es wurden zehn Standorte geprüft – das Rennen machte der heutige. Punkten kann dieser vor allem wegen der zentralen Lage. Die Parteien haben den im März pu­blizierten Bericht eingehend geprüft. Kein gutes Wort am Papier lässt die SVP. Auch FDP und CVP melden Bedenken an. Support erhält die Baudirektion von den Grünliberalen und den Alternative –die Grünen. Beide Parteien favorisieren den heutigen Standort.

Der ZVB-Stützpunkt war einmal Bestandteil des Projektes «Focus» aus dem Jahre 2011. Dabei sollte die kantonale Verwaltung am jetzigen Standort ausgebaut und ein neuer ZVB-Hauptstützpunkt erstellt werden. Kostenpunkt: 455 Millionen Franken. Das Projekt wurde vor zwei Jahren wegen klammer Finanzen des Kantons gestoppt. Die ZVB geht von einem Baubeginn im Jahre 2024 aus. Einzugstermin wäre 2028.


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