Regeln für Reiter und Biker geplant

KANTON URI ⋅ Die kantonale Waldverordnung soll revidiert werden. Änderungen ergeben sich dabei nicht nur für Holzer oder bei der Entschädigung der Revierförster, sondern auch für Velofahrer, Biker und Reiter.
16. April 2018, 00:00

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Die geltende kantonale Wald­verordnung stammt aus dem Jahr 1996 und hat seither nur geringfügige Änderungen erfahren. «Revisionen der eidgenössischen Gesetzgebung und die in den vergangenen Jahren veränderten Rahmenbedingungen sowie parlamentarische Vorstösse machen eine Revision unabdingbar», betont die Urner Regierung. Sie hat deshalb die zuständige Sicherheitsdirektion beauftragt, den erarbeiteten Entwurf der revidierten Verordnung bis am 6. Juli in die Vernehmlassung zu schicken.

«Mit der geltenden Waldverordnung wurden positive Erfahrungen gemacht», schreibt die zuständige Direktion. «Deshalb werden die Grundsätze nicht in Frage gestellt. Mit der Teilrevision sollen insbesondere Rahmenbedingungen für Velofahrer, Mountainbiker und Reiter definiert, Grundsätze für gedeckte Energieholzlager aufgenommen und die rechtliche Grundlage für die Entschädigung der Revierförster geschaffen werden. Weitere Anpassungen erfolgen aufgrund der Änderungen im eidgenössischen Waldgesetz, so zum Beispiel bei der Holzförderung oder bei der Unterstützung von Erschliessungsanlagen ausserhalb des Schutzwaldes.

Nur auf Waldstrassen und befestigten Waldwegen

Die geltende Waldverordnung äussert sich nicht ausdrücklich zum Velofahren, Mountainbiken und Reiten in den Urner Wäldern. Dies wird nun im Entwurf mit einem neuen Artikel geregelt. Grundsätzlich soll das Velofahren, Biken und Reiten in den Urner Wäldern nur auf Waldstrassen und befestigten Waldwegen erlaubt sein. Zudem sollen Velofahrer und Mountainbiker signalisierte Wanderwege und speziell markierte, von der Sicherheitsdirektion bewilligte Pisten benützen können. Vorausgesetzt ist die Einwilligung des Eigentümers, und vorbehalten bleibt das kantonale Fuss- und Wanderweggesetz. Begründet wird diese Neuregelung damit, dass Velofahrer, Biker und Reiter zunehmend auch ausserhalb der markierten Wege im Wald zu beobachten seien. «Dies führt nicht nur zu Schäden an Fusswegen und Vegetation, sondern auch zu einer zunehmenden Beunruhigung weiterer Waldgebiete», hält die Regierung fest. «Dadurch wird auch der Lebensraum der Wildtiere stark gestört.

Eine weitere neue Bestimmung betrifft die gedeckten Energieholzlager. «Das Errichten solcher gedeckter Lager im Wald und der anschliessende Missbrauch als Geräteunterstand gibt in der Praxis immer wieder Anlass zu Diskussionen und stellt die Baubewilligungsbehörden vermehrt vor Herausforderungen», so der Regierungsrat. Er möchte deshalb in einem neuen Artikel festschreiben, dass es für kleine, einfach erstellte und gedeckte Energieholzlager, insbesondere ein- oder zweireihig geschichtete und abgedeckte Stückholzlager entlang von Waldstrassen oder Holzlagerplätzen keine Baubewilligung braucht. «Notwendig ist aber eine Bewilligung des zuständigen Revierförsters», heisst es im Verordnungsentwurf.

Revierförsterkosten zum Teil an den Kanton

Der Regierungsrat möchte zudem die Entschädigung der Revierförster neu regeln. Diese üben heute unter anderem forstpolizeiliche Aufsichtsfunktionen aus, für die sie vom Kanton nicht entschädigt werden. Die anfallenden Kosten werden heute von den Korporationen übernommen. Neu sollen alle vom Kanton an die Revierförster delegierten Aufgaben durch den Kanton entschädigt werden. Der Regierungsrat rechnet damit, dass dies dem Kanton zusätzliche Kosten von jährlich rund 20000 Franken bringen wird.


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