Regierungskonferenz setzt auf neue Strategie

ANDERMATT ⋅ Die Zentralschweizer Regierungen wollen ihre Zusammenarbeit verbessern.
20. Mai 2017, 00:00

Seit zwei Jahren wird über der neuen Strategie der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK) gebrütet. Gestern fand im «Chedi» in Andermatt dazu eine Plenarversammlung statt, die hundertste der Konferenz. Mit der Versammlung beschloss die ZRK die neue Ausrichtung ihrer Arbeit, wie es in einem Schreiben der Organisation heisst.

Die letzte Überarbeitung der Strategie war 2008 vorgenommen worden. «Strategien sollten ungefähr alle acht bis zehn Jahre überprüft und angepasst werden», erklärt die Urner Regierungsrätin und ZRK-Präsidentin Heidi Z’graggen. Zudem hätten sich in den letzten Jahren die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse verändert.

Interessen der Zentralschweiz vertreten

Die ZRK hat die Grundsätze ihrer Strategie neu definiert. So will sie, dass die interkantonale Kooperation in der Zentralschweiz jene Bereiche stärkt, die für die Attraktivität der Region als Lebens- und Wirtschaftsraum wichtig sind. Zudem will sie die Interessen der Zentralschweizer Kantone in der Bundespolitik und gegenüber anderen Konferenzen «stark und nachhaltig vertreten». Dies will sie erreichen, indem die interkantonale Zusammenarbeit laufend geprüft wird. Zudem sollen ähnliche Bestrebungen anderer Regionen beobachtet und die ZRK für weitere Kantone als assoziierte Mitglieder geöffnet werden.

Künftig will die ZRK, in der die Kantone Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden, Luzern und Zug Einsitz haben sowie Zürich, Aargau und Tessin assoziierte Mitglieder sind, die Region «noch attraktiver» machen, wie es in der Mitteilung heisst. Heidi Z’graggen sagt, dass die «interkantonale Zusammenarbeit bewahrt und gestärkt werden» soll.

Zentralisierungstendenzen entgegenwirken

Grundlegende Korrekturen an der Strategie der ZRK sind laut Heidi Z’graggen nicht angezeigt. Der Bund übernehme aber immer mehr Aufgaben. Deshalb sei es wichtig, dass die Regierungskonferenz den «Zentralisierungstendenzen entgegenwirkt». Zudem soll wieder vermehrt dezentralisiert werden. Denn der Föderalismus sei «das Erfolgsmodell, das uns dahin gebracht hat, wo wir heute stehen», so Z’graggen. Die ZRK strebe schlanke Strukturen, pragmatische Ansätze und effiziente Abläufe an.

Die Zentralschweizer Regierungskonferenz existiert seit 1966. Sie sorgt laut eigenen Angaben dafür, dass Aufgaben, die in allen Zentralschweizer Kantonen anfallen, möglichst effizient und ressourcenschonend umgesetzt werden. Mit einer wirkungsvollen Interessenvertretung gebe sie der Zentralschweiz ein Gesicht und im interkantonalen Verhältnis ein grösseres Gewicht. Die ZRK setzt sich etwa für den Bau des Zimmerbergtunnels II zwischen Zug und Zürich ein.

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch


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