Schlägerei wegen Schenkkreis

ALTDORF ⋅ Der Chef der Pouletburg in Attinghausen hat in einer Schlägerei einen Finanzberater attackiert. Es geht um Schulden in einem Schenkkreis. Der Fall weckt Erinnerungen an den Kings Club in den 1990er-Jahren.
12. August 2017, 00:00

Mathias Stadler

mathias.stadler@luzernerzeitug.ch

Die Meldung der Kantonspolizei Uri war kurz gehalten. Am vergangenen Montag habe es eine Auseinandersetzung in Altdorf gegeben. Dabei sei es zu einem Streit zwischen einem Ehepaar und einem 59-jährigen Urner gekommen, der Ehemann und seine Frau seien verletzt worden.

Hinter der nüchternen Mitteilung steckt Brisantes, wie der «Blick» berichtet. So erzählt Hans Imholz, Chef der Pouletburg in Attinghausen, er habe den Angriff ausgeübt, weil der Angegriffene ein Finanzberater sei, der ihn um mehrere zehntausend Franken betrogen habe. Dabei habe ihm Imholz eine «gewischt». Weiter erklärt der 59-Jährige: «Er hat es verdient.» Beim Angriff sei die ebenfalls anwesende Ehefrau des Finanzberaters erschrocken, daraufhin sei sie beim Wegrennen gestolpert und habe sich das Wadenbein gebrochen. Nun läuft gegen Imholz eine Anzeige wegen Körperverletzung.

60000 Franken Gewinn versprochen

Hintergrund von Imholz’ Attacke ist ein Schenkkreis, in den auch er Geld investierte. Der Finanzberater habe 15000 Franken als erste Zahlung verlangt, wobei er einen Gewinn von rund 60000 Franken versprach, wenn man zwei neue Leute dazu­hole. Zudem gab der Finanz­berater Hans Imholz anderen potenziellen Kunden als Referenz an, was diesen wütend machte.

Imholz sagt, er sei nicht das einzige Opfer. Er kenne mehr als zehn Betroffene, denen der Finanzberater rund 350000 Franken schulde. Der Pouletburg-Chef fordert, dass der Berater verhaftet wird. Er erstatte nun Anzeige gegen ihn. Gegenüber unserer Zeitung führt Hans Imholz weiter aus: «Ich glaube nicht, dass ich das Geld je wieder­sehe.» Die Investitionen würden in Altdorf schon seit mehreren Jahren laufen, erklärt er. «Für mich war es wie ein Spiel, aber es artete etwas aus.»

Kantonspolizei hat Ermittlungen erweitert

Die Kantonspolizei Uri bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie vor kurzem einen Hinweis auf mögliche Handlungen gegen das Vermögen erhalten hat. «Insofern haben wir in der Zwischenzeit die Ermittlungen erweitert», erklärt Mediensprecher Gusti Planzer. Ob weitere Personen Geld verloren haben, ist offen: «Zurzeit sind bei uns keine Anzeigen von Personen eingegangen, die um ihr Geld betrogen wurden», teilt Gusti Planzer weiter mit.


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