Seine Liebe zu Lego dauert schon über 14 Jahre

SPIELZEUG ⋅ Der Luzerner Karim Taha ist 26-jährig und im städtischen Alters- und Pflegeheim Rosenberg als Pfleger tätig. Der passionierte Lego-Sammler verrät, mit welchen Kunststoff-Klötzchen er Kinder überraschen würde.
28. August 2017, 00:00

Karim Taha, bei allem Goodwill für das «Kind im Manne» – was antworten Sie einem, der sagt: «Was? Mit 26 spielt der noch Lego»?

Ich antworte, dass mich die Vielfalt der Lego-Welt fasziniert. Gamer, die in meinem Alter vor dem Computer sitzen, tauchen in ihre Fantasiewelt ein, ich in meine. Nur, dass ich nicht vor dem Computer sitze, sondern etwas Anfassbares vor mir habe. Das ist doch kreativer.

Wie begann Ihre Liebe zu Lego?

Früher durfte ich meinem vier Jahre älteren Bruder Yanick beim Lego-Bauen helfen. Das waren wirklich schöne Sonntagmorgen. Als 12-Jähriger begann ich dann selber damit, Lego zu sammeln.

Und was sagt Ihr Bruder heute zu Ihrer ungewöhnlichen Passion?

Er fragt mich manchmal: «Hast Du nicht langsam genug? Willst Du nicht wenigstens einen Teil deiner Lego-Sammlung loswerden oder verkaufen?»

Und was sagen Ihre Eltern?

Der Vater findet es gut. Er sagt: «Dann machst du nichts Dümmeres.» Die Mutter fragt sich, ob es inzwischen nicht vielleicht etwas viel Lego sind. Der Vater sammelt übrigens Feuerzeuge. Und die Mutter Schafe. Also... nicht wirkliche, sondern Plüschtiere und Figuren und so weiter.

Inzwischen sind Sie zu Hause ausgezogen.

Ja, in meiner eigenen Wohnung habe ich jetzt sogar ein richtiges Lego-Zimmer. Wenn man es richtig betrachtet, hatte ich das ja schon im Elternhaus, aber jetzt ist es natürlich etwas anderes. Noch fehlen mir zwar einige Tablare und ein Tisch, auf dem ich die Lego-Modelle zusammenbauen kann. Ein Platzproblem mit den Lego-Modellen habe ich ja schon seit Jahren. Einiges habe ich im Keller verstaut. Ja, das Platzproblem bringt mich manchmal schon ins Grübeln.

Wie muss man sich die Dimension Ihrer Lego-Sammlung vorstellen?

Ich habe zwei Kleiderschränke voller Lego-Sets. Und der Schrank, der eigentlich für Kleider gedacht ist, ist auch noch mit Lego-Modellen gefüllt. Dann stehen noch rund 14 ganz grosse Kisten herum, 18 mittlere Kisten und noch zahlreiche weitere kleine.

Was machen Sie denn mit all diesem Material?

Das ist unterschiedlich. Manchmal habe ich Phasen, da kann ich sechs Stunden lang nur Lego-­Teile sortieren.

Wie viel Geld haben Sie eigentlich für Lego ausgegeben?

In meiner Sammlung stecken wohl ungefähr 100 000 Franken.

Aber die ganze Lego-Welt können Sie ja nicht zusammentragen und -bauen.

Ich habe mich auf die Gebiete Ritter, Space und Piraten spezialisiert.

Wieso gerade die?

Weil man da am meisten Teile zusammenbauen kann. Ich finde, Lego hat diese Sparten perfekt ausgearbeitet und produziert. Das macht einfach allen Spass. Ich fand Ritter, Space und Piraten schon als Kind megageil.

In meiner Verwandtschaft gibt es immer wieder Nachwuchs. Welcher Lego-Einstieg macht den Kindern am meisten Spass?

Lego City mit den Häusern, Fahrzeugen, Flugzeugen. Da können sich die Kinder ihre eigenen Geschichten ausdenken. Auch Lego Creators ist faszinierend. Eines ist klar: Lego hat eine Vorbildfunktion.

Sie haben vorhin gesagt, dass das Platzproblem Sie manchmal ins Grübeln bringt. Sie wollen doch nicht etwa aufhören? Ihre Liebe zu Lego macht Sie doch grad so sympathisch.

Ich denke schon oft: Brauche ich das wirklich alles? Ginge es nicht auch mit weniger? Alle Lego weggeben werde ich niemals. Vielleicht einen Teil davon. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich meine Interessen verschieben, wenn ich dann mal eine Freundin habe. Das wäre auch vollkommen okay, das würde mir wegen der verminderten Lego-Zeit nicht riesig Schmerzen bereiten. Ich finde, es ist wichtig, ein Hobby zu haben. Doch andererseits soll man auch nicht übertreiben.

Apropos Freundin... vielleicht können Sie später ja mal mit Ihren Kindern zusammen Lego spielen...

Das wäre das perfekte Traum­szenario.

Interview: Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

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