Sodastream erlebt Sprudel-Boom

HÜNENBERG ⋅ Kaum einer kennt sie nicht: die Wassersprudelmaschinen von Sodastream. Das Unternehmen mit Sitz in Hünenberg blickt auf ein Rekordjahr zurück. Und der Schweiz-Chef verspricht bald weitere News.
09. Januar 2018, 00:00

Die Mineralwasserimporte in der Schweiz nehmen von Jahr zu Jahr zu – und das im «Wasserschloss» Schweiz, wo man weit weg von einem Engpass ist. Und wo die Qualität des Wassers hervor­ragend ist. Nicht nachvollziehen kann diese Entwicklung deshalb Thomas Cantaro. Der Schweiz-Chef von Sodastream findet nämlich, man sollte das gute Wasser aus dem Hahnen nutzen – wenn möglich natürlich aufgesprudelt.

Bekannt ist das Sprudelsystem von Sodastream in der Schweiz schon lange. Seit rund fünf Jahren boomt die Marke aber geradezu – entgegen dem Trend der Mineralwasserimporte. So ist der Umsatz von Soda­stream in der Schweiz seit 2013 jährlich zweistellig gewachsen. In der gleichen Zeitspanne hat sich die Zahl der verkauften Geräte laut Angaben des Unternehmens mehr als verdoppelt. Gemäss Cantaro war 2017 das beste Geschäftsjahr seit der Gründung vor knapp 25 Jahren. Genaue Umsatz- oder Gewinnzahlen gibt Sodastream Schweiz nicht bekannt.

Ein Sprudelgerät in jedem vierten Haushalt

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz «um die 100000 Geräte» verkauft, wie Cantaro sagt. Gemäss einer repräsentativen Ipsos-Umfrage besitzt hierzulande jeder vierte Haushalt einen Sodastream-Wassersprudler, was weltweit einer der höchsten Dichten von Wassersprudlern entspricht. Gründe für die guten Zahlen gebe es mehrere. Einerseits nehme das Umweltbewusstsein zu. «Es gibt klar einen Trend hin zu Nachhaltigkeit. Mit unseren Sprudlern kann man verhindern, dass zusätzlicher PET- oder Alu-Müll entsteht, und dabei das gute Schweizer Hahnenwasser nutzen.» Auch die Bequemlichkeit stehe im Vordergrund. Die Leute wollten schlicht nicht mehr Flaschen schleppen. «Dazu kommt, dass unser System weniger Platz und weniger Zeit braucht, denn man muss nicht alle paar Wochen volle Flaschen kaufen und dann leere entsorgen.»

Zu wissen, was der Konsument will, sei zentral, sagt der Länderchef. Darum habe man das Verkaufsstellennetz ausgebaut. Seit Ende 2017 kann man Sodastream-Produkte wie die Zylinder auch im Migros Do it sowie an ENI-Tankstellen kaufen. «Dies ist vor allem auch wegen der Öffnungszeiten spannend», sagt Cantaro. Das Verkaufsnetz wolle man nun kontinuierlich ausbauen, es gebe bereits konkrete Pläne. «Bald wird es mehr News geben», sagt Cantaro. Seit gut einem Jahr ist Sodastream schon in den Möbelhäusern Conforama, Lipo und Möbel Pfister präsent. Grund: «Sodastream-Nutzern wird bedeutet, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern. Es ist wie ein Systemwechsel. Und einen solchen Systemwechsel vollzieht man gerne, wenn man beispielsweise die Wohnung wechselt.»

In diesem Tempo soll es im neuen Jahr weitergehen. «Wir haben noch Expansionsmöglichkeiten. Denn noch lange nicht alle, die Kohlensäurewasser trinken, haben ein Soda­stream-Gerät.» Cantaro erwarte, «dass 2018 ein noch besseres Jahr wird als das letzte». Und auch für 2019 sieht er keine Verlangsamung: «Wir haben genug Projekte in der Pipeline, um zuversichtlich zu sein, dass es so weitergehen wird. Denn die Nachhaltigkeit wird nur an Bedeutung gewinnen. Und wir bieten hier eine Lösung.» Nur schon in der Schweiz würden jedes Jahr über 200 Millionen PET-Flaschen nicht rezykliert. «Und jede ist eine zu viel.»

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch


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