Tellbus erhält neuen Besitzer

ALTDORF/LUZERN ⋅ Die SBB geben der Auto AG Uri die Konzession für die Tellbus-Linie ab. Diese will das Angebot ausbauen: Zwei neue Verbindungen stehen bevor.
05. Dezember 2017, 00:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Auf dem Rathausplatz in Altdorf parkierten gestern Vormittag für längere Zeit zwei doppelstöckige Linienbusse. Beide stehen normalerweise nicht herum, sondern bedienen die Tellbus-Linie. Einer der Giganten gehört der Auto AG Uri, der andere den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL). Was es mit diesem «Bus-Grossaufgebot» auf sich hatte, erklärte Hansjörg Felber, Verwaltungsratspräsident der Auto AG Uri: «Heute ist ein Freudentag für uns», sagte er. «Wir werden Konzessionsinhaberin der Tellbus-­Linie.» Letztere hatten bisher die SBB inne. Die Konzessionsübertragung wird ab dem Fahrplanwechsel vom kommenden Sonntag wirksam.

Bisher waren die SBB Konzessionsinhaber für die Buslinie Altdorf–Luzern. Diese führte die Fahrten nicht selber aus, sondern übertrug die Aufgabe den VBL. Und diese wiederum beauftragten für einen wesentlichen Teil der Kurse – nämlich für alle jene, die im Urner Hauptort starten – die Auto AG Uri mit der Ausführung. Diese Partnerschaft besteht seit über zehn Jahren, das heisst seit der Tellbus eingeführt worden ist. «Die Partnerschaft zwischen der VBL AG und der Auto AG Uri beim Tellbus und auch in anderen Bereichen hat sich sehr bewährt», betonte Felber und fügte an: «Sie wird auch künftig weitergeführt.»

Im Weiteren wies Felber darauf hin, dass die Übertragung der Konzession strategische Bedeutung habe: «Die Kernkompetenz unseres Unternehmens liegt beim strassengestützten öffentlichen Verkehr. Mit der Übernahme der Verantwortung für den Tellbus wird unser Kernprodukt ausgebaut und ein zusätzliches Feld geschaffen, unsere Kompetenz unter Beweis zu stellen.» Eine erklärte strategische Position der Auto AG Uri bestehe darin, die Unabhängigkeit zu wahren, das heisst ein eigenständiges Urner Unternehmen im Bereich des öffentlichen Verkehrs zu bleiben. «Dies lässt sich nur erreichen, wenn wir unsere ÖV-Tätigkeit quantitativ und qualitativ ausbauen können. Der Erwerb der Tellbus-Konzession stellt einen wichtigen Schritt in diese Richtung dar», so Felber.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urner Camenzind sagte: «Der Tellbus hat einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen. Für die Pendler bietet er eine schnelle und direkte Verbindung zur Arbeit oder zu Schulen in Luzern. Zudem ist der Tellbus auch für unsere Wirtschaft wichtig. Ein Drittel der Passagiere sind Auswärtige, die zum Arbeiten in den Kanton Uri pendeln.»

500 Fahrgäste pro Tag

Camenzind wies darauf hin, dass das Tellbus-Angebot ab dem Fahrplanwechsel ausgebaut wird. Um die Mittagszeit wird ein zusätzliches Kurspaar eingefügt. Man kann also einmal mehr pro Tag von Altdorf nach Luzern oder umgekehrt von Luzern nach Altdorf fahren. Zudem gibt es am Sonntagabend einen neuen Tellbus-Kurs. «Dieser eignet sich beispielsweise sehr gut für Wochenaufenthalter», so Camenzind.

«Wir haben zurzeit auf der Tellbus-Linie über 500 Fahrgäste pro Tag. Ich bin überzeugt, dass die Erfolgsgeschichte auch nach der Konzessionsübertragung weitergehen wird», sagte Werner Schurter, Leiter Regionen SBB-Personenverkehr. Die SBB könnten sich nun auf ihr Kerngeschäft fokussieren, also auf den Schienenverkehr. «Dort haben sie momentan genügend Herausforderungen.»


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