Uri will Potenzial nutzen

ANDERMATT ⋅ Eine Studie zeigt auf, was das Tourismusresort wirtschaftlich bringen kann. Neben Chancen gibt es aber auch Herausforderungen – vor allem auf der Schiene und der Strasse.
02. Dezember 2017, 00:00

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Langfristig kann das Tourismusresort Andermatt 2900 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und jährlich 15 Millionen Franken an Steuereinnahmen einbringen. Das sind eindrückliche Zahlen, die gestern Matthias Amacher vom Beratungs- und Forschungsbüro Ecoplan den Medien präsentieren konnte. Auf 130 Seiten wird das Potenzial des Tourismusresorts Andermatt für den Kanton Uri aufgezeigt. In Auftrag gegeben hatte den Bericht die Volkswirtschaftsdirektion.

Das Tourismusresort hat das Potenzial, die Zahl der Beschäftigten im Kanton Uri bis ins Jahr 2022 im Vergleich zu 2011 um mehr als 10 Prozent anwachsen zu lassen. Bei einem weiteren Ausbau sogar um bis zu 20 Prozent. Das sei für den kleinen Kanton Uri eine grosse Chance, so Amacher.

«Die Studie beeindruckt selbst uns», sagte Franz-Xaver Simmen, CEO von Andermatt Swiss Alps (ASA). Mehr als 725 Millionen Franken hat das Unternehmen um Samih Sawiris bereits aufgewendet. Bis 2022 werden nochmals mehr als 400 Millionen Franken investiert. Nach dem Luxushotel Chedi im Dezember 2013 wird im Sommer 2018 das Hotel Radisson Blu eröffnet. Daneben entstehen Apartmenthäuser und neue Sport­infrastrukturen wie ein Golfplatz, Schwimmbad, Spa- und Fitnesscenter. Parallel dazu wird das Skigebiet ausgebaut und mit Sedrun verbunden. Wie Sawiris sagt, sind bis zum kompletten Ausbau Investitionen von rund 2 Milliarden Franken geplant.

Einwohnerzahl ist stark gestiegen

«Wir sind stark gefordert, damit wir mit dem Wandel Schritt halten können», sagte Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann. Dabei brauche es insbesondere auch die Eigeninitiative der Privaten. Die Einwohnerzahl von Andermatt ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 300 auf knapp 1600 Personen gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 18 Prozent. In dieser Zeit wurden rund 300 neue Wohnungen erstellt. Rund 30 Millionen Franken werden in den Bahnhof ­Andermatt investiert. Bei der ­Erneuerung hilft auch die Matterhorn-Gotthard-Bahn mit. Direktor Fernando Lehner freut sich, dass beim Bahnhof 48 neue Wohnungen entstehen. Diese sollen für Arbeiter geschaffen werden und dementsprechend für alle erschwinglich sein.

Für Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind ist klar: «Der Tourismus wird künftig im Kanton Uri eine grössere Rolle spielen.» Er sei ein Motor für Arbeitsplätze und werde die Wirtschaft ankurbeln. Damit das Potenzial, das in der Studie aufgezeigt wird, auch ausgeschöpft werden kann, braucht es Anstrengungen in verschiedenen Bereichen. Zu den Herausforderungen gehört es, zusätzlichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Es braucht eine bessere Erschliessung auf Schiene und Strasse sowie die Vermarktung der gesamten Region. Den Gästen und den Beschäftigten sollen lokale Angebote, Dienstleistungen und Produkte angeboten werden.

«Weit fortgeschritten, aber noch nicht vollendet»

Anfang des kommenden Jahres wird eine neue Begleitgruppe unter dem Vorsitz des ETH-Professors Bernd Scholl eingesetzt, wie Justizdirektorin Heidi Z’graggen gestern sagte. Diese erarbeite Handlungsempfehlungen für die qualitative Weiterentwicklung und Sicherstellung eines ­attraktiven Lebensraums von Tourismusresort und Andermatt.

«Als Investor Samih Sawiris zum ersten Mal nach Andermatt kam, haben wir Urner den Augenblick am Schopf gepackt», blickte Z’graggen zurück und fügte an: «Das gemeinsame Werk ist weit fortgeschritten, aber noch nicht vollendet.»

Hinweis

Die Studie und eine Kurzfassung sind unter www.ur.ch/tra abrufbar..

Gemeindepräsidentin Andermatt


Anzeige: