Verfahren gegen Drohnenpilot

14. Juni 2017, 00:00

Schwyz «Volare-oho», schrieb der Hobbypilot letzte Woche freudig in eine Innerschwyzer Facebook-Gruppe, postete dazu ein knapp zwölfminütiges Video seines neusten Drohnenflugs. Die Drohne hebt dabei auf der Brunner Olympstrasse ab, schwebt über den Talkessel zügig zum Kollegi in Schwyz und wieder zurück. Eindrückliche Bilder. Nur: Das darf man nicht. Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl): «Das war ein Flug jenseits aller Sichtdistanz.» Ohne Sonder­bewilligung schreibt das Bazl direkten Sichtkontakt zur Drohne vor. In der Praxis sind das ein paar hundert Meter.

Der Brunner Drohnenfreund flog satte 5 Kilometer über bewohntes Gebiet und retour. Gesteuert hat der Pilot das Flug­gerät vom Startplatz in Brunnen aus. Der Clip auf Facebook machte rasch die Runde und fand seinen Weg zum Berufsverband für unbemannte Luftfahrt (UAW). Geschäftsführer Dominik Jenzer ärgert sich: «Genau solche Flüge führen zu strengeren Vorschriften, die dann auch seriöse Drohnenpiloten und Modellflieger treffen.»

Das Bazl wird laut Urs Holder­egger gegen den Brunner Piloten ein Verfahren eröffnen: Verstoss gegen das Luftfahrtgesetz. Das Strafmass beginnt bei Bussen im tiefen dreistelligen Bereich, kann aber deutlich ­höher ausfallen. (gh)


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