Verlobung endet vor Gericht

14. April 2018, 00:00

Schwyz Wegen versuchter vorsätzlicher Tötung hat ein 35-jähriger Mann am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Schwyz antraben müssen. Der Beschuldigte hatte im Jahr 2016 hinter dem Rücken seiner zukünftigen Ehefrau das geplante Hochzeitsfest abgesagt. An einem Abend im November wollte er sie zur Aussprache treffen. Er war betrunken. Sie rief die Polizei. Er habe ihr am Telefon gedroht, sie umzubringen, sagte sie. Kurze Zeit später stand er vor ihrem Haus. Sie rief erneut die Polizei. Der Mann wurde sofort verhaftet. Im Fahrzeug des Mannes lagen eine Faustfeuerwaffe und 21 Patronen Munition. Die Untersuchungsbehörden gingen von einer versuchten vorsätzlichen Tötung aus. Ab dem 17. November 2016 sass der Mann für zwei Monate in U-Haft.

Glaubt man der Frau und ­damit der Staatsanwaltschaft, hat der Mann die Frau bedroht. Glaubt man dem Mann und ­damit der Verteidigung, hört sich der Fall ganz anders an. Für den Verteidiger waren die Anträge der Staatsanwaltschaft denn auch «völlig unverhältnismässig». Wie der Mann vor Gericht sagte, kann er sich nicht mehr ­daran erinnern, was er in jener Nacht am Telefon genau gesagt hatte, «ich habe ihr aber sicher nicht gedroht». Es sei bloss um eine klärende Aussprache gegangen. Und: Er sei ein Freizeitschütze und habe vergessen gehabt, dass sich seine Waffe noch im Fahrzeug befinde. Der Mann entschuldigte sich vor Gericht für die entstandenen Umtriebe. Das Urteil steht noch aus. (red)


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