Villa Landenberg wird abgebrochen

SARNEN ⋅ Jahrelang ist um die Villa Landenberg gestritten worden. In einer guten Woche soll das Haus nun aber Geschichte sein, seit heute ist der Abbruchhammer am Werk.
09. Februar 2018, 00:00

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch

159 Jahre lang hat das klassizistische Gebäude das Sarner Ortsbild mitgeprägt. In den letzten Jahren weniger als Schönheit denn als «Schandfleck», wie es ein Sarner Gemeinderat formulierte. Doch nun schlägt die letzte Stunde der Villa Landenberg. Bereits am Dienstag hat die beauftragte Tiefbaufirma Knüsel+ Meier AG aus Sins den kleinen Schuppen vor der Villa abgebrochen. Gestern seien weitere Vorbereitungsarbeiten gemacht und die Maschinen gebracht worden. Heute wird laut Harry Knüsel, der für den Abriss zuständig ist, mit dem Abbruch begonnen. Man werde bis zum Untergeschoss eine gute Woche brauchen.

Um die Villa Landenberg hatte jahrelang ein erbitterter Streit zwischen der Besitzerin und den Behörden getobt. Im Dezember entliess die Regierung das denkmalgeschützte Gebäude schliesslich aus dem Schutzplan. Die Villa Landenberg war schon seit Jahren unbewohnt und verfiel zusehends.

Das Abbruchmaterial wird wegen Platzmangel vor dem Abtransport mit Container-Lastwagen nur grob vorsortiert. Die eigentliche Sortierung nimmt die Firma in ihrem eigenen Werkhof in Sins vor. «Weil das Haus ein­sturz­gefährdet ist, können wir nicht schrittweise abbrechen, also beispielsweise zuerst die Ziegel runternehmen und dann gewisse Materialien aus dem Innern des Hauses entfernen», erklärt Harry Knüsel, der selbst in Wilen wohnt.

Da das Haus, der Baugrund und die Umgebung auch archäologisch interessant sind, wurden bereits vergangene Woche diesbezügliche Vorarbeiten gemacht. «Die Archäologen haben den Baugrund genau angeschaut, bevor sie die Genehmigung erteilt haben, dass wir da mit einem 30-Tonnen-Bagger fahren dürfen», erzählt Harry Knüsel. Bis ins Untergeschoss dürften die Arbeiter nun ab­brechen. «Dann kommen die Archäologen erneut und begleiten uns, wenn wir das Unter­geschoss und die Bodenplatte rausnehmen.»

Die Kosten für die archäologischen Massnahmen gehen zu Lasten des Kantons Obwalden.


Anzeige: