Zu viel Russ liegt in der Luft

13. September 2017, 00:00

Zentralschweiz Die Luftqualität in der Zentralschweiz hat sich 2016 im Vergleich zu den Vorjahren verbessert. Das zeigen die Ergebnisse der Luftmessungen, welche die Zentralschweizer Umweltdirektionen gestern veröffentlichten. 2016 sei die tiefste Luftbelastung mit Schadstoffen registriert worden, seit die sechs Zentralschweizer Kantone 1999 begonnen haben, die Luftqualität gemeinsam zu ermitteln.

Die Gründe benennt Alexander Imhof, Sprecher der kantonalen Umweltfachstellen: «Einerseits haben wir auf den Stufen Bund, Kantone und Gemeinden viele Massnahmen umgesetzt, um den Ausstoss zu senken.» Ein wichtiger Faktor sei aber auch das Wetter: «Im Sommer letzten Jahres gab es nur wenige längere Hitzeperioden. Im Frühling und Herbst regnete es zudem häufig, was die Luft reinigte.» Trotzdem gibt es keine Entwarnung seitens der Umweltdirektionen: «Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon wurden zum Teil deutlich überschritten.»

Richtwert um das Zehnfache überschritten

Am meisten zu denken gibt den Verantwortlichen aber, dass der Richtwert beim krebserzeugenden Russ um das Zehnfache überschritten wurde. «Diese Tatsache zeigt die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen zur Reduktion von Russ auf», so Imhof. Russ entsteht hauptsächlich in Dieselmotoren ohne Partikelfilter und bei der schlechten Verbrennung von Holz.

Verbesserungen würden etwa die Festlegung von Richtwerten bei Heizungen, die mit Holzschnitzeln oder Pellets gefeuert werden, versprechen. Bei den Partikelfiltern stünden zwei Massnahmen im Zentrum: Eine verschärfte Wartungspflicht bei Fahrzeugen oder die Ausweitung der Filterpflicht auf landwirtschaftliche Fahrzeuge. (uus)


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