Zug will höhere Kinderabzüge verhindern

POLITIK ⋅ Die Regierung ist gegen das Bundesvorhaben, Fremdbetreuungsabzüge zu erhöhen – aus Prinzip.
13. Juli 2017, 00:00

Der Kanton Zug stellt sich gegen das Begehren des Bundesrates, die Steuerabzüge für die Kinderbetreuung durch Dritte schweizweit zu erhöhen. Dies schreibt er in einer Antwort zur entsprechenden Vernehmlassung des Bundes. Ziel der Vorlage ist, dem Mangel an inländischen Fachkräften entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Wie der Kanton in seiner Antwort schreibt, fände er dies «eigentlich sehr unterstützenswert». Der vorgeschlagene Weg über den Steuerabzug sei jedoch abzulehnen.

Konkret schlägt der Bundesrat vor, die Abzüge für die Betreuung durch Dritte bei den Bundessteuern von aktuell 10100 auf 25000 Franken zu erhöhen. Zusätzlich will er aber auch den Kantonen vorschreiben, ihre Abzüge auf mindestens 10000 Franken festzusetzen.

Bund soll bei Kantonen nicht eingreifen

Insbesondere gegen Letzteres wehrt sich der Zuger Regierungsrat vehement. «Es geht uns um die Rechtsstaatlichkeit, konkret um staatspolitische und föderalistische Grundsätze. Wenn der Bund den Kantonen Gesetze vorschreibt, wird der Steuer­föderalismus mit Füssen ge­treten», erklärt Finanzdirektor Heinz Tännler die Haltung der Regierung, welche auch von den übrigen Kantonen vertreten wird. Zudem könne die geplante Erhöhung zu Verzerrungen zwischen verschiedenen Lebens- und Familienmodellen führen, und sie komme in erster Linie gut verdienenden Personen zugute. Der Spardruck sei aus Zuger Sicht ein weiterer Grund zur Ablehnung der Vorlage. Gemäss Angaben des Kantons würde eine solche Erhöhung der Ab­züge für die Kinderbetreuung durch Dritte um bis zu 4 Millionen Franken tiefere Steuereinnahmen bringen. Denn bisher können Eltern pro Kind maximal 6000 Franken bei den Steuern als Abzug geltend machen, unabhängig davon, ob es fremd­betreut wird oder nicht.

Gemäss Tännler ist im Kanton Zug derzeit keine Alternative geplant. «Zuerst müssen wir nun wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Und wir schauen jetzt schon gut zu den Familien.» Tatsächlich gewährt der Kanton Zug einen der höchsten Kinderabzüge schweizweit. Er bezahlt auch eine der höchsten Kinderzulagen, wie die «Aargauer Zeitung» 2015 in einem Vergleich zeigte. Einzig beim Abzug für die Kinderbetreuung durch Dritte liegt der Kanton im hinteren Mittelfeld.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch


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