Zwei Personen werden vermisst

UNTERSCHÄCHEN ⋅ Zwischen der Ruosalp und Alplen wurden gestern Nachmittag drei Personen bei einem Felsabbruch verschüttet. Eine Person konnte sich selber aus den Gesteinsmassen befreien. Über Nacht wurde die Suche nach den Vermissten eingestellt.
11. Oktober 2017, 00:00

Elias Bricker und Matthias Stadler

redaktion@urnerzeitung.ch

Im Gebiet Ruosalp zwischen Unterschächen und Bisisthal kam es gestern Nachmittag kurz vor 15 Uhr zu einem Felsabbruch beim Felsenweg. Dieser verbindet die beiden Alpen Ruosalp und Alplen. Dabei wurden drei Personen verschüttet. Wie die Urner Kantonspolizei in einer Medienmitteilung schreibt, waren diese mit dem Ausbau des Alpweges beschäftigt.

Eine verschüttete Person konnte sich selber verletzt aus den Felsbrocken befreien. Sie wurde durch die Rega ins Kantonsspital Uri in Altdorf überflogen. Die beiden anderen Personen wurden bis zum Redaktionsschluss immer noch vermisst. Die Einsatzkräfte mussten die Rettungsaktion aber während der Nacht einstellen – aus Sicherheitsgründen.

Die Rettung wurde für die Beteiligten gestern aber ohnehin zur logistischen Herausforderung. Denn das abgelegene Alpgebiet befindet sich zwar auf Gemeindegebiet von Unterschächen, ist aber zuhinterst im schwyzerischen Bisisthal gelegen. Vom Urner Talboden beziehungsweise vom Schächental ist die Alp mit Fahrzeugen nur in einem langen Umweg via Muotathal zu erreichen – oder zu Fuss via Kinzig- respektive Klausenpass. Daher mussten die Rettungskräfte gestern allesamt mit Helikoptern zum Unglücksort geflogen werden.

Einsatzkräfte müssen Felsreinigung abwarten

Im Einsatz standen Personen der Rega, von Swiss Helicopter, der Abteilung Naturgefahren des Amts für Forst und Jagd des Kantons Uri, der Stützpunktfeuerwehr Altdorf, der Feuerwehr Unterschächen und der Kantonspolizei sowie ein Hund. Die Feuerwehr Altdorf wurde aufgeboten, da sie über das für die Rettungsarbeiten notwendige Material verfügt.

Doch vor Ort waren den Einsatzkräften gestern die Hände gebunden. Zwei Geologen mussten die Situation zuerst beurteilen. Zudem erklärte Ruedi Huber, der zuständige Pikettoffizier der Kantonspolizei Uri, auf Anfrage unserer Zeitung: «Die Situation am Fels ist sehr instabil. Momentan kann niemand den Schuttkegel betreten. Dies wäre zu riskant für die Rettungskräfte.»

Heute Morgen wird die Suche nach den Verschütteten fortgesetzt. Doch gemäss Polizeikommandant Reto Pfister könne diese aus Sicherheitsgründen erst aufgenommen werden, nachdem eine Felsreinigung durchgeführt worden sei. «Es gibt noch zu viel loses Felsmaterial», sagte der Polizeikommandant gestern Abend.

Weshalb es zum Felsabbruch kam, ist noch unklar. «Momentan hat aber die Suche nach den Vermissten Priorität», so Pfister.

Kantonspolizei Uri


Leserkommentare

Anzeige: