Kinder empfangen die erste Kabine

LUNGERN ⋅ Die erste von zwei Kabinen für die neue Lungern-Turren-Bahn ist gestern im Brünigdorf eingetroffen. Sehr zur Freude der Schüler, die eine spannende Pause erlebten.

19. März 2016, 00:00

Weitere Bilder zum gestrigen Empfang unter www.obwaldnerzeitung.ch/bilder

Christoph Riebli

Auf Prospekten hatte man sie schon gesehen. Doch nun war es die Echte, die da auf einem Lastwagenanhänger beim Schulhaus stand: 250 Lungerer Schülerinnen und Schüler warfen gestern als Erste einen Blick auf die neue Kabine der Lungern-Turren-Bahn (LTB). Im Sonnenlicht glänzte der rund 2,9 Tonnen schwere orangefarbene Ersatz für die ausgedienten blauen «Panoramawelt»-Kabinen, die drei Jahre stillstanden. Der Gwunder der Kinder war gross: So klebten bald einmal ihre Nasen an den grossen Fensterscheiben, interessierte Blicke von allen Seiten durchforsteten das Innere der Bahn.

Mit Schmetterling gepunktet

Besonders enthusiastisch nahmen die Schüler Schoggi und Bähnli-Schlüsselanhänger als Andenken entgegen. Schliesslich war gestern kein x-beliebiger Tag. Mit dem Eintreffen der ersten Kabine im Brünigdorf biegt die Wiederbelebung des Naherholungsgebietes Lungern-Schönbüel definitiv auf die Zielgerade ein. Am Samstag, 30. April, ist Eröffnung.

Die erste Kabine für die neue Turren-Bahn ist in Lungern eingetroffen. Empfangen wurde sie von Schulkindern.

«Riesige Freude» verspüren deswegen Investor Theo Breisacher und Tochter Brigitte. Und die Freude geben sie weiter: «Ihr sollt zu den ersten gehören, die mit der Bahn fahren können», versprach Brigitte Breisacher den Kindern, die für das «wunderschöne Bähnli» kräftig applaudierten. Zu erkunden gäbe es dabei den einzigartigen Schmetterlingspfad auf Schönbüel. Dieser sei schliesslich der Grund, weshalb ein Schmetterling das LTB-Logo ziere, so Brigitte Breisacher. Und genau damit punktete die Bahn beim jungen Publikum: «Das Logo gefällt mir sehr gut. Auch die Farbe. Orange, das passt gut zu Schmetterlingen», sagte etwa Pascal aus der 3. Klasse. Einfach nur «cool» fand dies Marielen aus der 6. Klasse. Sie werde die Bahn bestimmt «ausprobieren».

«Die gibt es nur in Lungern»

«Sie sind die Zukunft», sagte ein zufriedener Theo Breisacher, auf die Kinder zeigend. «Für mich war es besonders wichtig, dass sie die Bahn zuerst sehen.» Und zum Gefährt meinte der 80-jährige Alpnacher Unternehmer: «Das ist keine Kabine ab Förderband. Die gibt es nur in Lungern.» Ein halbes Jahr habe die Firma CWA in Olten daran gebaut. 40 Personen fasst die moderne Kabine, die talseitig auch vier Sitzgelegenheiten bietet. Für die stehenden Gäste ist der Boden zudem wie bei einer Tribüne abgestuft. Die Panoramaaussicht soll so uneingeschränkt genossen werden können. Deshalb sei die Kabine auch mit Echtglas ausgestattet, so Breisacher. Das hat seinen Preis: 860 000 Franken kosten beide Kabinen zusammen – Nummer 2 trifft übrigens am Montag in Lungern ein. Mit 830 000 Franken fast gleich teuer ist die neue Bahnsteuerung der Frey AG aus Stans. Kabinen und Steuerung sollen für die nächsten 25 Jahre halten, ist Breisacher überzeugt.

Ans Transportseil werden die Kabinen nächste Woche gehängt. Auch erste Testfahrten sowie Bremstests werden demnächst stattfinden. Anschliessend ist das Bundesamt für Verkehr an der Reihe, das die Bahnanlage auf Herz und Nieren prüft. Erst dann gibt es die Konzession für die nächsten 25 Jahre. Los legt die Bahn zeitgleich mit dem 112. Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest in Lungern. Billette gibts am 30. April/1. Mai zu einem Spezialpreis.


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