Schneuwly ist fix, Gashi ist möglich

FUSSBALL ⋅ Der FCL will die Abgänge kompensieren: FCB-Stürmer Shkelzen Gashi ist der grosse Name auf der Wunschliste. Christian Schneuwly fliegt schon bald nach Marbella.

17. Januar 2016, 08:07

Daniel Wyrsch, marbella

Marco Schneuwly (30) freute sich gestern nach dem Testspiel gegen Greu­ther Fürth (1:0) sichtlich, seinen früheren YB-Kumpel Thomas Häberli wiederzusehen. Der Ballwiler Häberli hatte sich als Scout des FC Basel den Match angesehen. Schneuwly steht bald ein noch emotionaleres Wiedersehen bevor: Sein Bruder Christian Schneuwly (27) wechselt zum FC Luzern. Marco Schneuwly bestätigt: «Ich freue mich sehr. Am Sonntag oder Montag wird Christian zur Mannschaft in Marbella stossen.»

Für die beiden Schneuwlys kommt es zum Déja-vu-Erlebnis: Bereits zum dritten Mal in ihrer Karriere werden sie in der Super League zusammenspielen. Das war zuvor bereits bei den Young Boys und in Thun der Fall.

  • KIEV - LUZERN
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Impressionen aus dem Trainingslagers des FC Luzern in Marbella, Spanien.

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Der offensive Mittelfeldspieler Christian Schneuwly wechselt vom FC Zürich in die Innerschweiz. Seine Karriere ist beim FCZ etwas ins Stocken geraten. In dieser Saison kam er zu zwölf Einsätzen. Ein Tor und ein Assist sind eine geringe Ausbeute. Aber der jüngere der beiden Schneuwlys bewies in Thun, dass er es viel besser kann.
 

Freuler aus Marbella abgereist

Der Transfer kommt zu Stande, weil Remo Freuler (23) zu Atalanta Bergamo wechselt. Der Hinwiler verabschiedete sich gestern von der Mannschaft, während des Testspiels der Luzerner flog er von Malaga nach Mailand. Heute absolviert er in Bergamo die medizinischen Tests. Danach wird Freuler beim Serie-A-Klub unterschreiben. Die Ablöse beträgt 1,6 Millionen Franken. Nach den 2,75 Millionen für Lezcano (Ingolstadt) spült es dem FCL die zweite siebenstellige Summe in die Kasse.

Der Tabellenvierte der Super League und Cup-Halbfinalist muss nun mit Nachdruck darauf hinarbeiten, dass die Mannschaft die gewichtigen Abgänge kompensieren kann. Der FCL macht einen aktiven Eindruck an der Transferfront. Obwohl Präsident Ruedi Stäger nichts Konkretes bestätigen will, stehen die Innerschweizer mit interessanten Offensivspielern in Kontakt.

Gashi und der hohe FCB-Lohn

Der bekannteste Name auf der Wunschliste für die Nachfolge von Dario Lezcano ist Shkelzen Gashi (27). Der Stürmer ist Torschützenkönig der letzten beiden Saisons – zuerst mit GC, dann mit Basel. Seit der Zürcher Urs Fischer Trainer des FCB ist, läuft es dem Zürcher mit dem Schweizer und kosovarischen Pass nicht mehr. Nur zehn Ligaspiele spielte er in der Vorrunde und erzielte dabei drei Tore. Gashi will mit der albanischen Nationalmannschaft im Sommer an die EM in Frankreich. Um sich aufzudrängen, braucht er Spielpraxis. FCL-Klubchef Stäger weiss das. Doch er sagt auch: «Ich glaube, dass wir uns Gashi nicht leisten wollen.» Bekanntlich sind die Löhne des Serienmeisters aus Basel bedeutend höher als die der nationalen Konkurrenten – mit Ausnahme von YB. Eine Option wäre, wenn Luzern Gashi bis Ende Saison ausleihen würde.

Spielerberater und Gashi-Kollege Agron Krasniqi über den Basel-Stürmer: «Jetzt kann es möglich sein, dass er zu Luzern wechselt.» Er schränkt allerdings ein: «Aber er spekuliert sicher noch mit einem Angebot aus dem Ausland.»

Stäger wäre nicht abgeneigt, einen wie Gashi auszuleihen. Ein Leihgeschäft kann er sich auch bei anderen Stürmern vorstellen. Abgeneigt wäre er nicht, den Ex-YB-Spieler Michael Frey (21) temporär zu verpflichten. Der Berner war wegen einer Knöchelverletzung das ganze letzte Jahr verletzt gewesen. Bei Lille in der Ligue 1 hat er es schwer.

Schon im Sommer wollte der FCL Markus Neumayr (29) von Vaduz holen. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Den Assistspezialisten könnten die Luzerner sofort verpflichten, ohne sich auf ein finanzielles Abenteuer einzulassen.


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