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Massive Kritik an Plänen für das EWL-Areal von zwei Interessengruppen

Überladenes Raumprogramm, zu wuchtig und ohne Rücksicht auf die Umgebung: Die beiden IG's Industriestrasse und Stadtentwicklung lassen kein gutes Haar am Bauprojekt für das EWL-Areal. Die Stadt solle die Notbremse ziehen.
Zéline Odermatt

Die IG Industriestrasse (IGI) nehme mit Befremden die Entwicklungspläne auf dem EWL-Areal an der Industriestrasse zur Kenntnis, schreibt die Interessensgemeinschaft in einer Mitteilung vom Montag. «Parkplätze mit direktem Bachzugang, ein überladenes Raumprogramm sowie ein baulicher Riegel gegenüber den Nachbarn – das Projekt Rotpol genügt in seiner jetzigen Form den Ansprüchen einer modernen Siedlungsgestaltung nicht.»

So soll das EWL-Areal künftig aussehen, in der Mitte der Quartierplatz mit dem Roten Haus im Hintergrund, rechts Wohnbauten der ABL. (Visualisierungen: PD)

So soll das EWL-Areal künftig aussehen, in der Mitte der Quartierplatz mit dem Roten Haus im Hintergrund, rechts Wohnbauten der ABL. (Visualisierungen: PD)

Entwickelt wurde das Projekt von den beiden Baufirmen Halter/Eberli. Auf dem EWL-Areal sollen ein Quartierplatz und drei grosse Gebäude entstehen:

Es sei unverständlich, weshalb die Stadt als Alleineigentümerin der EWL Hand zu solch einem Projekt biete, dass als eigentliche Antithese zu einer lebendigen Industriestrasse daherkomme.

«Statt massstäblich auf das umliegende Quartier einzugehen, wird zum einen geklotzt, zum anderen bleiben öffentliche Erdgeschossnutzungen die Ausnahme», so die IGI. Das «offensichtlich überladene Raumprogramm» lasse keine Abstimmung mit den geplanten Bauten des Industriestrassen-Areals zu. Nur so lasse sich erklären, dass in Richtung Industriestrasse ein Riegel aus Parkplätzen und Gebäuden mit geschlossener Nutzung erstellt werde. «Ob ein derart abgeriegelter sogenannter ‹Quartierplatz› vom Quartier auch angenommen wird, ist zumindest zweifelhaft», sagt die IGI.

Die IG Industriestrasse fordere alle Beteiligten dazu auf,

«im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung per sofort die Notbremse zu ziehen, um markante Verbesserungen an dem Projekt vorzunehmen.»

Ebenfalls kritisch äussert sich die IG Stadtentwicklung (IGS) zum Siegerprojekt – «trotz einigen positiven Aspekten», wie es in einem offenen Brief an die EWL Areal AG heisst, der am Montagmittag an die Medien verschickt wurde. Die IGS besteht zu einem grossen Teil aus SP-Politikern sowie Vertretern der Wohnbaugenossenschaften, die beim benachbarten Projekt der Kooperation Industriestrasse beteiligt sind. Auch die IGS lässt kein gutes Haar am «überladenen Raumprogramm». Mit dem massiven Volumen wirke das Rotpol-Projekt wie ein Fremdkörper in einer Umgebung von eher kleinteiligen Punktbauten. Ebenso kritisiert die IGS die geplante Erdgeschossnutzung. Zusammenfassend habe man sich mehr von diesem Architekturwettbewerb erhofft. «Uns erscheint es fraglich, ob das Projekt noch ‹heilbar› ist.»

Die IGS formuliert unter anderem folgende, «zwingende» Verbesserungen für die weitere Projektbearbeitung:

  • Möglichst wenig Oberflächenparkplätze, an der Industriestrasse seien solche «nicht tolerierbar».
  • Einbezug der Bevölkerung. Keine Erarbeitung des Gestaltungsplans hinter verschlossenen Türen mit stillschweigendem, stadträtlichen Beschluss.
  • Fokus auf den städtischen Raum.

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