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Ebikoner Gemeinderat will nun doch keine provisorische Eventhalle bauen

Zu teuer, zu geringe Nachfrage: Aus der angekündigten Mehrzweckhalle auf dem Risch-Areal in Ebikon wird nichts. Das Areal wird in Zukunft leer bleiben.
Roman Hodel
Gemeinderat Ruedi Mazenauer (vorne) bei einer Begehung des Risch-Areals, im Hintergrund das alte Migros-Do-it-Gebäude. (Bild: Roman Hodel (Ebikon, 3. Juli 2018))

Gemeinderat Ruedi Mazenauer (vorne) bei einer Begehung des Risch-Areals, im Hintergrund das alte Migros-Do-it-Gebäude. (Bild: Roman Hodel (Ebikon, 3. Juli 2018))

Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da herrschte auf dem Risch-Areal in Ebikon noch gute Stimmung – trotz Regen. An jenem Dienstag standen da in trauter Eintracht: Drei von fünf Gemeinderäte sowie je ein Vertreter der Rotseezunft, der Feldmusik und des Männerchors. Kurz zuvor hatte der Gemeinderat verkündet, er plane anstelle des ausrangierten Migros Do-it-yourself eine provisorische Mehrzweckhalle vor allem für Vereine. Diese soll mittelfristig in Betrieb gehen. Damit erfüllte der Gemeinderat den Inhalt einer Gemeinde-Initiative, die die Prüfung einer Veranstaltungshalle mit einer Kapazität von 400 bis 500 Personen forderte. Die Initianten zogen daraufhin die Initiative zurück.

Nun folgt der Dämpfer: In einer Medienmitteilung vom Donnerstag schreibt der Gemeinderat, dass der Bau einer solchen Halle «nicht zielführend» sei. «Es wäre zwar der Wunsch vieler Vereine, nur sind deren Bedürfnisse so verschieden – vom Fasnachtswagenbau übers Turnen bis zur Autoausstellung –, wir müssten im Prinzip zwei Hallen erstellen», sagt Gemeinderat Ruedi Mazenauer (FDP). Das habe sich an einem Workshop gezeigt, an dem im Herbst rund 80 Personen aus verschiedensten Ebikoner Vereinen teilgenommen hätten. Zwar würden manche Vereine die Halle dringend benötigen, aber auch nur ein oder zwei Mal im Jahr. Das erinnert Mazenauer an den Höfli-Saal, dessen Wegfall zwar viele beklagen: «Doch effektiv wurde dieser Saal von Ebikoner Vereinen nur drei bis fünf Mal jährlich genutzt.» Wesentlich öfter hätten darin ausländische Hochzeiten stattgefunden. Zudem habe der Gemeinderat erkennen müssen, dass etwa eine in Betracht gezogene Traglufthalle für viele Nutzungen nicht geeignet wäre.

Halle hätte Millionen Franken gekostet

Mazenauer sagt es so: «Die von uns ermittelte Nachfrage würde den hohen finanziellen Aufwand nicht legitimieren.» Denn eine provisorische Mehrzweckhalle hätte gegen zwei Millionen Franken gekostet, eine für später anberaumte definitive Halle gar rund 20 Millionen. Geld, das die Gemeinde mit Blick auf ihre angespannte finanzielle Situation ohnehin nicht hat.

Deshalb setzt der Gemeinderat nun auf «individuelle Lösungen», wie Mazenauer es sagt: «Die Landi-Halle etwa ist für uns eine gute Alternative, weil geheizt und schön – trotzdem fanden dort bislang wenig Anlässe statt, das möchte wir ändern.» Weiter sei der Gemeinderat im Gespräch mit der Katholischen Kirchgemeinde. Deren Pfarreisaal im Dorfzentrum wäre gemäss Mazenauer ideal gelegen. «Mit einer Erweiterung könnte dessen Kapazität von heute 400 Personen zum Beispiel auf 500 bis 600 erhöht werden.» Was wiederum der Zielgrösse der Initiative entspräche. Ein Ausbau des Saals ist im Rahmen der Zentrumsplanung aber frühestens in fünf Jahren ein Thema.

Risch-Areal wird bald leer sein

Doch es gibt auch noch einen zeitlich nahen Hoffnungsschimmer: «Wir sind dran an einer Zwischenlösung bezüglich einer Halle – mehr kann ich im Moment noch nicht sagen, weil die Verhandlungen laufen», sagt Gemeinderat Ruedi Mazenauer. Sicher ist bloss: Der «Löwen», den der FDPler zurzeit gemietet hat, ist nicht damit gemeint. Dort finden dafür die Posaunengruppe und eine Künstlerin Unterschlupf – beide müssen das Risch-Areal verlassen. Denn obwohl die Gemeinde nun doch kein Halle erstellt, baut sie die maroden Gebäude dieses Jahr zurück. «Nur für die Wagenbaugruppe, die ebenfalls dort eingemietet ist, suchen wir noch nach einem neuen Lokal», sagt Mazenauer. «Zumindest diese Fasnacht können sie aber noch bleiben.» Das Risch-Areal wird nach dem Rückbau leer bleiben.

Neuer Verteilschlüssel für Barbeträge an Vereine

Für die Ebikoner Vereine gibt es auch eine gute Nachricht: Die Gemeinde unterstützt sie weiterhin mit rund einer Million Franken jährlich. Der grösste Teil davon betrifft nicht-monetäre Leistungen wie das Zurverfügungstellen von Sportplätzen. Neu geregelt wird gemäss Gemeinderat Ruedi Mazenauer (FDP) einzig die Vergabe der Barbeträge von rund 25'000 Franken. Die Kommission für Gesellschaftsfragen wird einen neuen Verteilschlüssel zu Handen des Gemeinderats erarbeiten. Im vergangenen Jahr hatte eine Untersuchung des Gemeinderats für Aufruhr unter den Vereine gesorgt. Ein externes Büro schlug für die Unterstützung der Vereine vier neue Varianten vor. Bei drei davon wären die Vereine stärker zur Kasse gebeten worden – was bei der zuständigen Kommission nicht gut ankam. Am meisten Zustimmung erhielt jene Variante, die eine Neuverteilung der Barbeträge vorschlug. (hor)

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