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Kein Whatsapp für geheime Inhalte

Der Bund setzt künftig für vertrauliche Kommunikation auf den Schweizer Messenger-Dienst Threema. Dennoch bleibt Whatsapp teilweise auch für Bundesangestellte erlaubt. Wenn ein Angestellter über unsensible Inhalte kommuniziert, ist die App weiterhin zugelassen. Der Bund verhindert, dass Whatsapp Zugriff auf vertrauliche Daten hat.
Yann Schlegel
Whatsapp ist unter Datenschützern umstritten. (Bild: SGT)

Whatsapp ist unter Datenschützern umstritten. (Bild: SGT)

Auch Bundesangestellte – ja selbst Bundesräte – nutzten bis anhin Whatsapp auf dienstlichen Handys. Dies legte diese Zeitung im vergangenen Jahr offen: Im Sommer stellte sich bei Recherchen heraus, dass das Wirtschafts-(WBF) sowie das Aussendepartement (EDA) Whatsapp teilweise geschäftlich nutzten. In beiden Departementen soll es Gruppenchats gegeben haben, teilweise gar gemischt zwischen WBF und EDA. Auch Bundesrat Ignazio Cassis und die abgetre­tene Bundesrätin Doris Leuthard verwendeten für private Kommunikation Whatsapp.

Der Bund betonte damals auf Anfrage, dass keinerlei vertrauliche Informationen über Whats­app ausgetauscht würden. Es gab auf Bundesebene kein Verbot, welches das unter Datenschützern umstrittene US-Produkt untersagte. Allgemein war der Messenger-Einsatz bundesweit nicht geregelt. Dies ändert sich nun. Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) kündigte im Sommer schärfere Regeln an. Wie das Branchenportal inside-it.ch berichtete, setzt der Bund diese im angelaufenen Jahr um. Künftig vertraut das Bundesamt für Informatik auf den Schweizer Messenger-Dienst «Threema Work». Bei vertraulichen Inhalten ist auf den Diensthandys des Bundes für Kommunikation nur noch die verschlüsselte Threema-App verfügbar. Bereits jetzt kann ein grosser Teil der Bundesverwaltung auf die Schweizer App zurückgreifen. «Bis spätestens Mitte 2019 werden auch das Aussen- und das Verteidigungsdepartement die App beziehen können», sagt Sonja Uhlmann-Haenni, Sprecherin des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT).

Spezieller Schutz auf den Smartphones

Threema weise einen hohen Verschlüsselungsgrad aus, begründet der Bund seine Wahl. Jedoch verbannt der Bund andere Messenger-Dienste wie Skype for Business oder Whatsapp nicht gänzlich. Sie bleiben weiterhin zugelassen, wenn ein Angestellter über unsensible Inhalte kommuniziert. Um die Geschäftsdaten auf den Smartphones zu schützen, verwendet der Bund eine speziell verschlüsselte Anwendung. Es ist das Mobile-Device-Management, das die Kontakte in einem speziell gesicherten Gefäss speichert, der «Sandbox». Sie verhindert, dass Whatsapp Zugriff auf vertrauliche Daten hat. Sofern es das Departement nicht verbietet, bleibt Whatsapp für private Kommunikation also weiterhin zugänglich.

Der weitverbreitete Messenger-Dienst war im vergangenen Jahr wegen mangelhaften Datenschutzes verstärkt in die Kritik geraten. Die in der Schweiz weitverbreitete Kommunikationsapp verpflichtete ihre Nutzer im vergangenen Juni, dass alle Kontakte an Facebook weitergegeben werden dürfen.

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