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Der meteorologische Sommer startet mit ungewöhnlich vielen Gewittern

Der nördliche Teil des Kantons Luzern ist am Donnerstagabend erneut von heftigen Sommergewittern heimgesucht worden. Bei der Luzerner Polizei sind im Minutentakt Meldungen eingegangen – vorwiegend über Wasser, das in Gebäude eingedrungen ist.
Roger Rüegger
Gewitter über dem Bodenberg in Zell am Mittwochabend. (Leserbild: Adrian Mattli)

Gewitter über dem Bodenberg in Zell am Mittwochabend. (Leserbild: Adrian Mattli)

Das beginnt ja gut. Der meteorologische Sommeranfang kommt mit voller Energie. Temperaturen von 25 bis 26 Grad haben sich fast durch den ganzen Monat Mai gezogen. Kombiniert mit der hohen Luftfeuchtigkeit haben sich in den letzten Tagen aussergewöhnlich viele Gewitter ereignet. Am Donnerstagabend hat es in sehr kurzem Zeitraum stark geregnet. Schweizweit wurden laut dem Wetterdienst Meteonews insgesamt 5535 Blitze registriert.

Im Kanton Luzern war hauptsächlich der nördliche Teil betroffen. Laut Kurt Graf, Mediensprecher der Luzerner Polizei, regnete es vor allem in den Gemeinden Reiden, Wikon, Pfaffnau und Dagmersellen kurz und intensiv: «Die erste Meldung ist bei der Zentrale um 19.25 Uhr eingegangen. Danach kamen kurzzeitig fast im Minutentakt Anrufe rein. Die letzten um 20.30 Uhr.» Insgesamt 21 Meldungen habe die Polizei registriert, davon allein sechs aus Pfaffnau. In dieser Region sind mehrere Feuerwehren im Einsatz gestanden, über gravierende Vorkommnisse ist nichts bekannt. Auch der Verkehr war offenbar nirgends beeinträchtigt

Grosse Regenmenge in kurzer Zeit wurde zum Problem

Die grösste Niederschlagsmenge im Kanton Luzern wurde erneut in Egolzwil gemessen. Wie vor einer Woche war diese Gemeinde mit 30 bis 50 Millimetern Spitzenreiter in der Region. Bemerkenswert ist laut Daniel Gerstgrasser, Meteorologe bei Meteo Schweiz, aber nicht die Menge, sondern dass die 30 Millimeter innerhalb von nur einer halben Stunde niedergingen. «Eine solche Wassermenge in so kurzer Zeit ist für die Kanalisationen zu viel.» Aufgrund der starken Regenfälle in der kurzen Zeit konnte zum Beispiel in einer Unterführung in Reiden das Wasser nur langsam abfliessen.

Ungewöhnlich ist laut Gerstgrasser neben der Intensität auch der Zeitpunkt der Gewitter. «Für Ende Mai sind diese sehr sehr intensiv und die Anzahl der Blitze ist, verglichen mit anderen Jahren, enorm hoch.» Schweizweit liege die Blitzdichte im Mai deutlich höher als in den Jahren von 2000 bis 2018 (siehe Grafik). Im Kanton Uri wurden gemäss einer Karte von Meteo Schweiz mehr als zwei Einschläge pro Quadratkilometer gemessen. Auch im Luzerner Seetal und in den Kantonen Nidwalden und Obwalden gab es, verglichen mit anderen Jahren, mehr Blitzeinschläge.

Grafiken: Meteo Schweiz

Grafiken: Meteo Schweiz

Am Wochenende wird «nichts Böses» erwartet

Entwarnung gibt Gerstgrasser vorerst nicht. Am Freitagnachmittag muss im Kanton Luzern erneut mit Blitz und Donner gerechnet werden. Allerdings sind die Niederschläge und die Gewitter nicht mehr so intensiv wie in den Tagen zuvor. Gegen Sonnenuntergang beruhigt sich die Lage. «Nach 20 Uhr sollte das Gröbste durch sein», so der Meteorologe.

Die Aussichten auf das Wochenende sind etwas rosiger. «Die Intensität der Gewitter nimmt ab. Am Samstag und am Sonntag sind am späteren Nachmittag leichte Schauer oder Gewitter möglich, aber es kommt nichts Böses auf uns zu», sagt Gerstgrasser. Die Temperaturen bleiben wie bis anhin bei rund 25 Grad.

Zum Wochenstart muss man sich aber wieder gegen Nässe schützen. Für den Montag prognostiziert der Meteorologe ähnliche Verhältnisse wie am Mittwoch: Blitze, Donner und grosse Niederschlagsmengen. Der Sommer fährt weiter, wie er angefangen hat.

Rekordmonat Mai 2018

Nicht nur in Sachen Blitzdichte und Gewitter war der Mai spitze. Er ist gemäss Meteonews auch vielerorts der wärmste Mai seit Messbeginn. In der Stadt Luzern lag die durchschnittliche Temperatur bei 15,5 Grad. Das entspricht gegenüber dem langjährigen Mittel (1981 bis 2010), welches 13,7 Grad beträgt, eine Abweichung von plus 1,8 Grad. Auch in der Höhe, wie beispielsweise auf dem Säntis, war es deutlich wärmer als sonst. Mit einer Durchschnittstemperatur von 3,4 Grad wurde dort der drittwärmste Mai seit Messbeginn gemessen. «Generell resultiert im zentralen und östlichen Flachland gegenüber dem langjährigen Mittel ein Temperaturüberschuss von 2 bis 2,5 Grad», teilt der Wetterdienst am Freitag mit.

Während die Temperaturen in 14 erhobenen Messstationen nach oben abweichen, variieren die Niederschlagsmengen wie auch die Sonnenscheindauer je nach Region in beide Richtungen. So lag die Niederschlagsmenge im Mai im Kanton Aargau mit 80,1 Millimetern gegenüber dem langjährigen Mittel (110,7) bei minus 28 Prozent. Im Kanton Luzern wurden dieses Jahr 139,9 Millimeter gemessen, was einem Anstieg von 5 Prozent entspricht. Die Sonne schien in Luzern im letzten Monat mit 168,2 Stunden dafür sieben Stunden länger als im langjährigen Mittel (161,2), was einer Abweichung von vier Prozent entspricht.

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