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Erste elektronische Busspur im Kanton Luzern geht in Betrieb

Die elektronische Busspur führt in der Stadt Luzern auf der Spitalstrasse von der Bushaltestelle beim Kantonsspital bis zur Haltestelle St. Karli. Dank dieser Spur kann der Bus in der Hauptverkehrszeit den Stau auf der Gegenfahrbahn überholen.
Die Autos haben rot, die Busse freie Fahrt: So funktioniert die neue Busspur auf der Spitalstrasse (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 6. September 2018))

Die Autos haben rot, die Busse freie Fahrt: So funktioniert die neue Busspur auf der Spitalstrasse (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 6. September 2018))

«Wir brauchen keine neuen Busspuren, sondern die Vorfahrt», sagt Beat Nater, Leiter Betrieb und Markt bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL). Bald geht dieser Wunsch in Erfüllung – die erste elektronische Busspur im Kanton Luzern wird eröffnet, und zwar auf einem 200 Meter langen Abschnitt auf der Spitalstrasse in der Stadt Luzern. Gestern gab es schon einmal eine Probefahrt für die Medien: Statt den Autos hinterher zu fahren, durfte der 19er-Bus die Fahrzeuge überholen und auf der linken Spur vom Kantonsspital Richtung St. Karli fahren.

Damit der Bus die «falsche» Spur benutzen kann, musste der Verkehr auf der Gegenseite per Ampel angehalten werden. Wann die elektronische Busspur definitiv in Betrieb geht, ist noch offen, da zuerst noch alle Buschauffeure der Linien 18 und 19 geschult werden müssen.

Zehn Minuten Wartezeit einsparen

Die VBL versprechen sich dadurch eine deutliche Verkürzung der Wartezeit zwischen Kantonsspital und St. Karli. Dies sei vor allem hier wichtig, da jährlich 2,5 Millionen Passagiere mit dem Bus zum Kantonsspital fahren. Zu Stosszeiten ist die Spitalstrasse regelmässig überlastet. «Der Bus verspätet sich hier bis zu zehn Minuten. Mit der Vorfahrt für den Bus wird die Pünktlichkeit und damit Zufriedenheit der Fahrgäste erhöht», sagt Beat Nater.

Auch Stadtrat und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) freut sich über die elektronische Busspur: «Das unterstützt das Ziel der Stadt, den öffentlichen Verkehr zu fördern. Weil es auf der Spitalstrasse immer wieder zu Staus kommt, haben wir uns hier für eine solche Spur entschieden.» Übrigens ist die elektronische Busspur nur während der Stosszeiten in Betrieb.

5 statt 20 Minuten Verspätung

Vor gut drei Jahren nahm der Kanton Zug auf der Artherstrasse im Bereich Mänibach eine elektronische Busspur in Betrieb. Dies mit dem Ziel, den Busverkehr zwischen dem Knoten Fridbach und Casino stadteinwärts möglichst staufrei abwickeln zu können. Philipp Klingenbeck, Leiter Verkehrstechnik und Baupolizei beim Zuger Tiefbauamt, zieht eine positive Bilanz seit der Einführung: «Rund 95 Prozent der Busse haben nur noch eine Verspätung von maximal 5 Minuten, so sind die Anschlüsse am Bahnhof gewährleistet.» Vor der Inbetriebnahme der Busspur waren Verspätungen von bis zu 20 Minuten keine Seltenheit. Was manchmal für Irritation sorge, sei der Umstand, dass die Busspur nicht permanent in Betrieb ist. So könne der Eindruck entstehen, die Signalisationsanlage funktioniere unzureichend, so Klingenbeck und fügt an: «In Unkenntnis der Funktionsweise forderten sie dann die Reparatur der Anlage.» (sam)

Das System sei denn auch deutlich kostengünstiger als eine herkömmliche, permanente Busspur, sagt Borgula. Eine solche wäre auf der Spitalstrasse aus Platzgründen auch kaum realistisch gewesen. Die Einrichtung der elektronischen Busspur erfolgte im Rahmen der Sanierung der Spitalstrasse. Dazu gehörte auch die Versetzung der Bushaltestelle Kantonsspital um einige Meter.

Der Bus, hier bei der Bushaltestelle St. Karli, überholt Autos (rechts, nicht im Bild) (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 6. September 2018))

Der Bus, hier bei der Bushaltestelle St. Karli, überholt Autos (rechts, nicht im Bild) (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 6. September 2018))

Gesamtprojektleiter Reinhard Hofmann ist zufrieden: «Wir waren im Zeitplan. Mit der Versetzung der Haltestelle ist jetzt ein niveaufreies Einsteigen für Gehbehinderte möglich.» Die alte Bushaltestelle dient künftig den Autofahrern zum kurzen Ein- und Aussteigenlassen. Zwischen Spital und St. Karli wurde zudem das Trottoir stadtseitig verbreitert und zu einem Rad-/Gehweg umfunktioniert. Auf der Gegenseite wurde eine separate Velospur geschaffen. Neu gilt ausserdem Tempo 30 auf der Spitalstrasse. Die Kosten für die Sanierung der Spitalstrasse betragen 3,1 Millionen Franken.

«Achtung Bus» ist bei der Ampel markiert. Die Velofahrer haben grün, sofern sie auf dem verbreiterten Veloweg fahren (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 6. September 2018))

«Achtung Bus» ist bei der Ampel markiert. Die Velofahrer haben grün, sofern sie auf dem verbreiterten Veloweg fahren (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 6. September 2018))

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