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Die Schweizer Nati besiegt Serbien 2:1

Ausgerechnet Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri sichern den Schweizern gegen die Serben nach einem frühen Rückstand einen 2:1-Sieg. Damit reicht ein Punkt gegen Costa Rica fürs Weiterkommen.
Christian Brägger, Kaliningrad
Granit Xhaka (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:1 mit seinen Teamkollegen und der Doppeladler-Geste. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone. Kaliningrad, 22. Juni 2018).

Granit Xhaka (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:1 mit seinen Teamkollegen und der Doppeladler-Geste. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone. Kaliningrad, 22. Juni 2018).

Wie geht es hin und her in diesem zweiten WM-Gruppenspiel. Mit Fortdauer der zweiten Halbzeit sind es nun endlich die Schweizer, die beim Stand von 1:1 drücken und Gas geben. Sie wollen den Sieg viel mehr, die Serben scheinen k. o. Und immer wieder ist es Xherdan Shaqiri, der den Ball fordert und den Abschluss sucht. Einmal trifft er den Pfosten. Der Gegner, die Nummer 34 der Welt, bleibt gefährlich, bringt jetzt aber nichts Zählbares mehr zustande. Dann die letzte Minute der normalen Spielzeit, ein vielleicht letzter Konter der Schweizer, der Ball kommt an der Mittellinie zu Shaqiri, der losrennt, als gehe es um sein Leben. Der Offensivspieler behält die Nerven alleine vor dem Tor von Vladimir Stojkovic und vollstreckt: 2:1, das ist der Sieg. Shaqiri ist aus dem Häuschen, er rennt an die Seitenlinie zu den Anhängern, deutet im Jubel den Doppeladler an, die ganze Last dieser politisch schwierigen Partie fällt von ihm ab. Und auf der Schweizer Ersatzbank gibt es kein Halten mehr.

Was für ein Schlusspunkt an diesem Abend, an dem die Stimmung kaum aufgeladener sein kann und der in Kaliningrad für die Serben zum Heimspiel wird. Ihre Anhänger peitschen sie unaufhörlich nach vorne, ständig rufen sie «Srbija, Srbija» aus voller Kehle. Ihre Spieler sind im Hoch mit den drei Punkten aus dem Auftaktspiel, Vladimir Petkovic hat davor gewarnt, weil «sie dann das Gefühl haben, sie seien die Besten der Welt». Teilweise spielen sie tatsächlich so, euphorisch, mit Leidenschaft und Spielwitz setzen sie die Schweizer zu Beginn und gegen Ende der ersten Halbzeit gehörig unter Druck.

Das entscheidende Goal von Xherdan Shaqiri, mit dem die Schweizer den 2:1-Sieg gegen die Serben holen (Bild: Dan Mullan/Getty Images)
Die Schweizer Fabian Schär und Stephan Lichtsteiner stossen im Penalty-Raum mit dem serbischen Spieler Aleksandar Mitrovic zusammen (Bild: Matthias Hangst/Getty Images)
Xherdan Shaqiri wird gefeiert (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Mittelfeldspieler Xherdan Shaqiri macht die umstrittene Geste des Kosovo-Doppeladlers. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Xherdan Shaqiri küsst den Rasen nach seinem Goal, das der Schweiz den Sieg brachte (Bild: AP Photo/Antonio Calanni)
Serbiens Verteidiger Dusko Tosic (links) und Nikola Milenkovic kämpfen um den Ball mit Nati-Stürmer Haris Seferovic (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron).
Schweizer Fans während des hochspannenden Spiels. (KEYSTONE/Martial Trezzini)
Die Trainer der Schweiz und Serbiens, Vladimir Petkovic (links) und Krstajic Mladen (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron).
Granit Xhaka, der das erste Goal für die Schweiz holte, macht die umstrittene Geste ebenfalls (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Nun auch ncoh Regen: Spieler Serbiens nach dem Ende der Partie (Bild: AP Photo/Matthias Schrader)
Manuel Akanji und Stephan Lichtsteiner (links) freuen sich über den Sieg (Bild: AP Photo/Matthias Schrader)
Aufgestellte Schweizer Fans. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
12 Bilder

Die besten Impressionen vom Spiel Schweiz-Serbien

Erneut kommen die Schweizer nach einem Rückstand zurück

Und es tritt genau ein, was es eigentlich zu verhindern gilt, weil die Serben in der fünften Minute verdient und früh in Führung gehen; die Schweizer ihrerseits, mit derselben Formation wie gegen Brasilien gestartet, finden schlecht in die Partie und nicht statt. Besonders Fabian Schär zeigt keinen guten Start, beim 0:1, dieser frühen Hypothek, kommt er zu spät und kann Aleksandar Mitrovic nicht am Kopfball hindern. Yann Sommer ist chancenlos. Wie gegen Brasilien sind die Schweizer also wieder in Rückstand, wieder müssen sie reagieren – sie haben schon oft bewiesen, dass sie das können, was Hoffnung gibt. Doch diesmal gelingt es vorerst nur mässig, weil der Gegner hinten kompakt steht und in der Offensive die Ideen fehlen. Einzig Blerim Dzemaili kommt zu zwei Chancen, er vergibt beide Male und kann nicht verbergen, dass er nicht in Topform ist.

Xhaka: «Ein Sieg für die Familie, die Schweiz, Albanien, den Kosovo»

Der Schweizer Torschütze zum 1:0, Granit Xhaka: «Das war Emotion pur. Die ersten 15 Minuten waren wir überhaupt nicht im Spiel. Die Serben machten Dampf und hatten viele Chancen. In der Halbzeit haben wir in der Garderobe herumgeschrien, waren nicht zufrieden. Diese Mannschaft hat mental einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Wir können gegen jeden Gegner reagieren. Für mich ein ganz spezieller Tag. Es ist ein Sieg für die Familie, die Schweiz, Albanien, den Kosovo. Die Geste (beim Jubel) war für die Leute, die mich immer unterstützt haben, sie war nicht gegen den Gegner gerichtet.» Serbiens Torschütze Aleksandar Mitrovic: «Ich weiss nicht, was passiert ist. Wir haben Tore wie Anfänger bekommen, dumm und unnötig. Ich kann mir nicht erklären, warum wir den Sieg nicht über die Runden gebracht haben.» (sda)

Es bleibt den Schweizern noch genügend Zeit für die Reaktion. Petkovic bringt nach der Pause Mario Gavranovic für den blassen Haris Seferovic, und Shaqiri beginnt sich zu steigern. Seine Lust wird mit jeder Aktion spürbarer, in der 52. Minute wird sein Abschluss noch geblockt. Doch Granit Xhaka kommt an den Ball und zieht aus der zweiten Reihe ab – Tor, wenn auch nicht unhaltbar, wie es scheint. Ausgerechnet durch ihn, Xhaka, der wie Shaqiri kosovoalbanische Wurzeln hat. Und auch er deutet im Jubel den Doppeladler an. Der Ausgleich fällt just in der Phase, in dem die Schweiz besser ist. Weil sie danach aber wieder ein wenig abbaut, kann sie sich des Unentschiedens nie sicher sein. Doch weil Petkovic auch noch Breel Embolo bringt, der für einigen Wirbel sorgt, und weil Shaqiri seinen WM-Moment hat, sind es doch noch drei Punkte geworden. Damit totalisiert die Schweiz vier Zähler aus zwei Spielen, gleich wie Brasilien, das aber ein Tor weniger erhalten hat. Fürs Weiterkommen als Gruppenzweite muss sie nun noch einen Punkt holen gegen die bereits gescheiterten Costa Ricaner; es ist sogar möglich und machbar, dass die Schweizer mit einem Vollerfolg am kommenden Mittwoch noch Gruppensieger werden.

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