Die Zukunft des Luzerner Lichtfestivals Lilu ist ungewiss –
der Festivaldirektor setzt auf Crowdfunding

Die Coronakrise hat die Planung des Lilu-Lichtfestivals ausgebremst. Noch fehlt den Organisatoren das Geld für die dritte Ausgabe. Deshalb haben sie jetzt ein Crowdfunding lanciert.

Simon Mathis
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Anlässlich des diesjährigen Lilu wurde die Hofkirche in Luzern auch aussen bunt beleuchtet.

Anlässlich des diesjährigen Lilu wurde die Hofkirche in Luzern auch aussen bunt beleuchtet.

Bild: Pius Amrein
(Luzern, 8. Januar 2020)

Die Pandemie bringt ein junges Stadtluzerner Festival ins Straucheln: Die Durchführung des dritten Luzerner Lichtfestivals Lilu ist unsicher, da dieses Jahr wichtige Sponsoren fehlen. Festivaldirektor Thomas Fritschi erläutert im Interview, weshalb er trotzdem optimistisch in die Zukunft blickt.

Lilu-Festivaldirektor Thomas Fritschi.

Lilu-Festivaldirektor Thomas Fritschi.

Bild: PD

Was bedeutet die Coronakrise für das Lilu-Lichtfestival Luzern?

Die Pandemie hat unsere Planung komplett ausgebremst. Kurz nachdem wir unser Programm für 2021 zusammengestellt hatten, brachen unsere Sponsoren aus der Hotellerie weg. Dass diese Unterstützung fehlt, schmerzt uns sehr. In einem normalen Jahr wären wir jetzt bereits an der Umsetzung und mitten im Bewilligungsprozess, stattdessen suchen wir nun nach neuen Geldgebern.

Sie haben auch ein Crowdfunding lanciert. Zurzeit haben Sie gut 5500 von nötigen 200'000 Franken gesammelt. Das ist noch wenig. Was, wenn das Geld ausbleibt?

Wenn uns diese finanzielle Unterstützung fehlt, wird es sehr schwierig, das Lilu zu organisieren.

Kann das Lilu 2021 überhaupt stattfinden?

Das steht in den Sternen. Es ist schon so: Mit unserer jetzigen finanziellen Situation kann das Lilu nächstes Jahr eher nicht stattfinden. Trotzdem bin ich vorsichtig optimistisch. Grundsätzlich gehen wir fest davon aus, dass wir das Lilu irgendwie durchführen können. Für die Bevölkerung ist es wichtig, dass es das Festival gibt. Wir wollen nämlich beim kostenlosen Programm bleiben. Wenn wir das Lilu absagen müssen, dann weniger aus finanziellen Gründen.

Sondern?

Wegen der Sicherheit. Sollte die zweite Coronawelle tatsächlich kommen, wird eine Durchführung fragwürdig. Da würden wir im Sinne der Gesundheit der Besucherinnen und Besucher sowie aller Beteiligten auf das Festival verzichten.

Wenn das Crowdfunding 200'000 Franken einbringt, reicht das für ein «Mini-Lilu». 450'000 Franken sind für ein Festival in der bisherigen Grösse nötig. Muss das Programm nicht so oder so reduziert werden?

Nein, nicht unbedingt. Grösser können wir dieses Jahr sicher nicht werden. Aber die Hoffnung ist schon da, dass wir das Lilu in einem ähnlich grossen Rahmen wie 2020 anbieten können. Die Leute haben – zu Recht – gewisse Erwartungen an das Lichtfestival.

Beteiligt sich die Stadt Luzern am Lilu?

Ja, wir erhalten dieses Jahr einen höheren Beitrag aus dem städtischen ALI-Fonds zur Aktivierung der Luzerner Innenstadt. Dies aber nur ausnahmsweise – wegen Corona.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben uns den September als Deadline gesetzt; dann entscheiden wir, ob das Lilu stattfinden kann. Falls ja, werden wir das Programm sehr schnell umsetzen müssen – das wird sicher auch für die Künstlerinnen und Künstler eine Herausforderung.

Hinweis: Weitere Informationen zum Lilu unter www.lichtfestivalluzern.ch, das Crowdfunding ist zu finden auf www.funders.ch.

Höhepunkte des Lilu-Lichtfestivals 2020

Ein Höhepunkt des Festivals 2020 war das Projekt «Oktogon» von François Chalet, der an der Hochschule Luzern Design & Kunst doziert. Im nachfolgenden Video sind die ersten rund vier Minuten der 20-minütigen Projektion zu sehen:

Impressionen vom Lilu-Lichtfestival 2020:

Was für Geschehnisse und Geheimnisse verstecken sich noch hinter den dicken Wänden des Wasserturms? Projekt Oktogon von François Chalet.
26 Bilder
Die Hofkirche, einmal anders beleuchtet.
Logo des Lilu Lichtfestivals am Quai.
Die Installation «En-Trance» des Künstlerkollektivs Projektil vor der Hofkirche.
«Tanze durch die Wellen des Lichtermeeres, verliere dich in endlosen Mustern und Farben. Lass dich zum Eingang einer neuen Dimension führen.»
Ein Kind steht vor einer der Lichtinstallationen
«En-Trance» vor der Luzerner Hofkirche
Der Künstler François Chalet bespielt die Geschichte des über 700 Jahre alten Wasserturms.
Zart herabhängend enthüllen «Les Amours en Cage» der Künstlerin Martine Christophe die erhabene Grösse der Pflanzenwelt, gesehen auf dem Quai.
Keys of Light ist ein interaktives Kunstwerk des niederländischen Künstlers Mr. Beam. Die Installation wird durch die Zuschauer mitgestaltet, welche durch eine Reihe von Live-Solo-Performances Klänge hervorrufen.
Cygnus ist eine poetische Lichtinstallation auf dem Wasser.
15 Schwäne, scheinbar im Schlaf auf dem Wasser treibend, erwachen und werden von einem inneren Licht erhellt. Gemeinsam tanze sie einen geheimnisvollen Nachtreigen.
Es gibt viel zu erzählen:
Ein Verliess, ein Archiv, ein Schatz, ein Schuss und ein toter Storch.
Das Künsterkollektiv Projektil präsentiert mit ihrer neusten Show in der Hofkirche die Fortsetzung ihres letztjährigen Grosserfolgs Genesis.
Mit Genesis 2 werden die Tage 4 bis 7 der Schöpfungsgeschichte in den heiligen Hallen inszeniert.
Decke, Wände und weitere Strukturen der Hofkirche werden durch Lichtprojektionen zum Leben erweckt.
Die Projektion entführen die Besucher unter einen freien Himmel, der die Schöpfungsgeschichte visuell neu interpretiert.
Der Zugang zu Genesis 2 kostet 18 Franken Eintritt.
Einige Show sind bereits ausverkauft.
In Flammen getaucht: der Wasserturm.
Und noch einmal mit einmal mit einem anderen Sujet.
«Oktogon» von François Chalet zeigt die Geschichte des Wasserturm .
«Cygnus» by Pet & Flo and Denis Bivour.
Die Projektion dauert rund 20 Minuten und ist jeden Tag bis am 19. Januar von 18 bis 22 Uhr zu sehen.
Die Umgebung der Hofkirche Luzern wird mit Lichtprojektionen verzaubert.

Was für Geschehnisse und Geheimnisse verstecken sich noch hinter den dicken Wänden des Wasserturms? Projekt Oktogon von François Chalet.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. Januar 2020)