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Erleichterte Einbürgerung: Angebot wird bis jetzt nur wenig genutzt

Seit Mitte Februar können sich Ausländer der dritten Generation einfacher einbürgern lassen. Bislang stösst das Angebot auf wenig Interesse. In den ersten viereinhalb Monaten gab es insgesamt 341 Gesuche.
Tobias Bär
Ein Mann zeigt einen biometrischen Schweizer Pass. Bild: Christian Beutler/Keystone

Ein Mann zeigt einen biometrischen Schweizer Pass. Bild: Christian Beutler/Keystone

Valentina Rullos Grosseltern kamen Anfang der 1960er Jahre als Gastarbeiter aus Süditalien in die Schweiz, ihre Eltern sind hier geboren, sie selber auch.

Auf Menschen wie Rullo ist das Gesetz zugeschnitten, das Mitte Februar in Kraft trat. Es ermöglicht jungen Ausländern der dritten Generation die erleichterte Einbürgerung.

Zwar ist die Italienerin bereits 27-jährig und damit eigentlich zu alt, da nur Personen bis 25 von der Neuerung profitieren. Während fünf Jahren können sich aber auch jene «Terzos» erleichtert einbürgern lassen, die beim Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht älter als 35 waren. Und trotzdem sagt Rullo: «Nein, ich habe kein Gesuch eingereicht.» Gründe dafür seien die Kosten für das Verfahren sowie die damit verbundene Bürokratie. Und: «Ich bin 27 Jahre ohne Schweizerpass klar gekommen.»

341 Gesuche in viereinhalb Monaten

So wie Valentina Rullo sehen das offenbar viele der hier lebenden Ausländer der dritten Generation: Bis Ende Juni, also in den ersten viereinhalb Monaten nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes, sind beim Bund erst 341 Gesuche eingegangen. Das gibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage bekannt. Dabei erfüllen fast 25 000 Kinder und junge Erwachsene die Kriterien – zu diesem Schluss kam jedenfalls eine vom SEM in Auftrag gegebene Studie, die im Vorfeld der Volksabstimmung über die erleichterte Einbürgerung im Februar 2017 publiziert wurde. Gemäss dem Staatssekretariat ist das bescheidene Interesse aber nicht erstaunlich: Schon länger stelle nur ein verhältnismässig kleiner Teil der Ausländer, welche die formellen Kriterien für den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts erfüllten, tatsächlich ein Gesuch. Gemäss dem Bundesamt für Statistik brachten im vergangenen Jahr hierzulande mehr als 900 000 Ausländer die Voraussetzungen des Bundes für eine ordentliche Einbürgerung mit (wobei die Anforderungen auf Anfang dieses Jahres angepasst wurden) – einbürgern liessen sich 2017 etwas mehr als 44 000 Personen.

Die Waadtländer SP-Nationalrätin Ada Marra, die mit einer parlamentarischen Initiative am Ursprung der erleichterten Einbürgerung für Personen der dritten Ausländergeneration stand, sagt: «Vonseiten des Bundes muss noch einiges getan werden. Das Gesuchsformular ist beispielsweise noch nicht auf der Webseite der Verwaltung abrufbar.» Auch der Informationsfluss müsse noch besser werden, so Marra. Sie sei aber überzeugt, dass viele der 341 jungen Ausländer kein Einbürgerungsgesuch gestellt hätten, wenn sie dafür den ordentlichen Weg hätten beschreiten müssen. Das wisse sie aufgrund mehrerer Rückmeldungen, sagt die SP-Nationalrätin.

Über die Hälfte der Gesuche kommen von Italienern

Im Gegensatz zur ordentlichen Einbürgerung, die in erster Linie Sache der Kantone und Gemeinden ist, fällt die erleichterte Einbürgerung in die Kompetenz des Bundes. Dadurch sind die Abläufe einfacher, das Verfahren ist deutlich kürzer und günstiger. Auch bei der erleichterten Einbürgerung wird geprüft, ob eine Person integriert ist. Als einzige grössere Partei hatte sich die SVP gegen die tieferen Hürden ausgesprochen – dies mit der Botschaft «keine weitere Masseneinbürgerung». Zumindest in den ersten Monaten mit dem neuen Gesetz ist dieses Szenario noch nicht eingetreten.

Mehr als die Hälfte der bis Ende Juni eingegangenen Gesuche, nämlich 193, stammten von jungen Italienerinnen und Italienern. Mit deutlichem Abstand folgen Gesuche von Personen mit türkischer (39) und spanischer (23) Staatsbürgerschaft.

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