EVZ-Trainer Tangnes: «Ich verspreche, dass wir den Meistertitel holen werden»

Nach der Finalniederlage ist die Enttäuschung bei den Zugern gross. EVZ-Trainer Dan Tangnes ist aber überzeugt, dass der EVZ sein Ziel in absehbarer Zeit doch noch erreichen wird.  

Aufzeichnung von Sven Aregger
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EVZ-Trainer Dan Tangnes (links) spricht nach dem Final mit SCB-Meistercoach Kari Jalonen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 20. April 2019))

EVZ-Trainer Dan Tangnes (links) spricht nach dem Final mit SCB-Meistercoach Kari Jalonen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 20. April 2019))

Dan Tangnes, schildern Sie uns Ihre Gedanken?

In ein paar Tagen werden wir auf viele Dinge stolz sein. Aber es ist eines der schlimmsten Gefühle im Sport, wenn man zuschauen muss, wie das andere Team feiert. Die Berner waren die beste Mannschaft in der Qualifikation und in den Playoffs. Ihre Erfahrung, ihre Reife als Team war beeindruckend.

Ist es schwierig, Worte zu finden?

Ja. Wir haben in dieser Saison um die 80 Spiele bestritten und rund um die Uhr gearbeitet. Auf der Ziellinie gestoppt zu werden, ist schmerzhaft. Im EV Zug gibt es viele ehrgeizige Leute, die hungrig sind auf den Meistertitel. Und in glaube fest daran, dass wir dieses Ziel bald erreichen werden.

Der EVZ hat es in den Playoff-Final geschafft und auch den Cup gewonnen...

... Ja, und darauf dürfen wir stolz sein. Alle wissen, wie schwierig es ist, den Final zu erreichen. Wenn du dort stehst, willst du auch gewinnen. Ich glaube nicht, dass wir über die fünf Finalspiele unser bestes Hockey gespielt haben. Wir hatten einige starke Partien und Phasen, aber wir haben unsere Chancen zu wenig genutzt und in einigen Situationen Pech bekundet.

Woran genau muss die Mannschaft noch arbeiten?

Ich denke nicht, dass wir viel verändern müssen. Es geht um einen Reifeprozess. Wir müssen aus dieser Serie lernen, was den Unterschied ausmacht. Die Berner Mannschaft und die Coaches sind schon länger zusammen, sie haben in dieser Zeit etwas aufbauen können. Auch wir sind auf einem guten Weg, wir müssen einfach weiterarbeiten.

Lief es für Zug  in den Viertel- und Halbfinals zu einfach?

Wir hatten es gegen Lugano und Lausanne bestimmt nicht leicht, die meisten Spiele waren eng. Ich finde, wir waren in beiden Serien das bessere Team. Und im Final war nun Bern etwas besser als wir. Wir brauchen ein paar Tage, um die Ereignisse konstruktiv einzuordnen. Jetzt habe ich Tausend Emotionen in mir.

Sie erlebten den ersten Playoff-Final als Trainer. War es  eine überwältigende Erfahrung?

Die Atmosphäre war grossartig, sowohl in Zug als auch in Bern. Als wir am Samstag vier Stunden vor Spielbeginn mit dem Bus bei der Bossard-Arena losgefahren sind, waren viele Fans vor Ort. Man will diesen Leuten so viel zurückgeben. Ich verspreche, dass wir sie stolz machen und den Meistertitel holen werden.

Worüber haben Sie nach dem Spiel mit Berns Trainer Kari Jalonen gesprochen?

Wir gratulierten einander zur guten Saison, der gegenseitige Respekt ist gross. Er ist ein erfahrener und sehr erfolgreicher Coach. Und er weiss, wie hart es ist, an diesen Punkt zu gelangen. Wir sprachen Englisch miteinander, denn mein Schweizerdeutsch ist besser als mein Finnisch.

Weitere Zuger Stimmen

Reto Kläy, Sportchef: «Im Vergleich zu Bern waren wir nicht erwachsen genug. In einem Final spielt sich vieles auf mentaler Ebene ab. Zahlreiche Berner Spieler wissen, wie man gewinnt. Der SCB war in gewissen Momenten reifer als wir. Ich hoffe, dass wir aus diesen Erfahrungen lernen und dass unsere Spieler daran wachsen. Aber in dieser Saison hat es auch viel Erfreuliches gegeben. Wir spielten ein frisches, attraktives Hockey, mit dem man auch erfolgreich sein kann. Ich glaube, dass wir dem Meistertitel immer näherkommen, irgendwann wird es klappen. Bei den noch offenen Ausländerpersonalien lassen wir uns Zeit. Die Mannschaft soll jetzt etwas Ruhe haben und alles verarbeiten.»

Hans-Peter Strebel, Präsident: «Ich bin es gewohnt, langfristig zu arbeiten. Und ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir dürfen uns nicht über die Schiedsrichter aufregen, strittige Entscheide gehören zum Sport. Am Einsatz der Spieler gibt es nichts zu bemängeln, sie haben vorbildlich gekämpft. Ich habe Leonardo Genoni zum Meistertitel gratuliert und ihn im Hinblick auf die nächste Saison in Zug herzlich willkommen geheissen.»

Raphael Diaz, Captain: «Es ist sehr bitter. Wir hatten das Glück nicht auf unserer Seite. Aber man muss die Leistung der Berner anerkennen. Sie spielten defensiv sehr gut und waren effizient.»