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Flugzeugunglück am Lopper: Absturzursache nach wie vor rätselhaft

Im vergangenen August stürzte am Lopper ein Flugzeug ab und riss eine Familie aus der Region in den Tod. Die zuständige Untersuchungsbehörde kann trotz neuer Erkenntnisse noch nicht im Detail sagen, wie es zur Tragödie kam.
Philipp Unterschütz
Ein Helikopter transportiert Löschwasser um den Brandherd nach dem Kleinflugzeugabsturz am Lopper in Hergiswil. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler)

Ein Helikopter transportiert Löschwasser um den Brandherd nach dem Kleinflugzeugabsturz am Lopper in Hergiswil. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler)

Der Start in die Ferien in Frankreich endet in einer Tragödie. Bei einem Flugzeugabsturz am Renggpass oberhalb von Hergiswil kam am Samstagvormittag, dem 4. August des vergangenen Jahres, eine vierköpfige Familie aus der Region ums Leben. Vom verunfallten Kleinflugzeug – einer Socata TB-10 mit fünf Plätzen und der Immatrikulationsnummer HB-EZW – waren bloss noch Asche und Kleinteile übrig.

Das Unglück stellte Aviatikexperten vor Rätsel, sass am Steuerknüppel doch ein äusserst erfahrener Pilot. Er war Chefpilot der Stanser Pilatus-Flugzeugwerke. Am Unglückstag herrschten zudem beste Wetterbedingungen – es war allerdings sehr heiss. Deshalb wurde spekuliert, dass sich die hohen Temperaturen negativ auf die Leistung des Motors ausgewirkt haben und das Flugzeug beim Überfliegen der Krete zu wenig Höhe gehabt haben könnte.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) fand schnell heraus, dass das Flugzeug vor dem Absturz etwas touchiert haben musste. Vermutet wurden nach Zeugenaussagen Bäume auf der Krete am Lopper. «Mittlerweile ist erwiesen, dass die Maschine tatsächlich dort mit Bäumen kollidiert ist, was dann auch den darauf folgenden Absturz ausgelöst hat», sagt Untersuchungsleiter Florian Reitz auf Anfrage.

Zu laute Geräusche im Hintergrund

Offen ist hingegen nach wie vor, warum es zu dieser Kollision am Lopper kam. Von einer Spektralanalyse der Motorengeräusche hatte die Sust erhofft, einen Hinweis zu erhalten, ob sich allenfalls ein technischer Defekt des Motors bemerkbar gemacht hatte.

Unterstützt wurde die Sust hierzu von der französischen Untersuchungs­behörde «Bureau d’enquêtes et d’analyses pour la sécurité de l’aviation civile» (BEA) in Paris. «Die Hintergrundgeräusche waren zu laut und die Aufzeichnung zu kurz, um beispielsweise die Drehzahl zu eruieren. Die Spektralanalyse hat also leider nichts ergeben», sagt Florian Reitz heute.

Schlussbericht ist für Spätsommer geplant

Nach wie vor ist also unklar, ob es wegen eines technischen Defekts, einer hitzebedingt geringeren Leistung oder einer anderen Ursache zu einer Kollision mit den Bäumen kam. Das sei weiter Gegenstand der Untersuchung. Im Spätsommer will die Sust ihren Schlussbericht vorlegen. Grundsätzlich könne man festhalten, dass die Ursache von Flugzeugabstürzen in rund 80 Prozent der Fälle beim Menschen und nicht bei der Maschine liege, sagte Florian Reitz in einem früheren Bericht gegenüber unserer Zeitung. Das gelte auch bei heissem Wetter, wenn die Leistung der Motoren abnehme. «Der Pilot muss mit diesen Umständen entsprechend umgehen und darauf reagieren.» Bei einem Hobbypiloten würde man an einen Fehler denken, hier sei es aber «ein Profi und ein exzellenter Pilot» gewesen, sagte sein oberster Chef, Pilatus-CEO Oscar J. Schwenk, nach dem Unglück.

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