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Landungssteg bei der Tellsplatte muss saniert werden

Der Landungssteg für Schiffe bei der Tellsplatte ist marode. Die hohen Kosten für die Sanierung will die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees nicht selber tragen. Ohne Einigung wird die Station in Uri nicht mehr bedient.
Franz Steinegger
Der Landungssteg Tellsplatte muss saniert werden. Streitpunkt ist die Finanzierung. (Bild: Swiss-Image)

Der Landungssteg Tellsplatte muss saniert werden. Streitpunkt ist die Finanzierung. (Bild: Swiss-Image)

«In den letzten zwei Jahren brach der Steg an der Schiffstation Tellsplatte gleich zweimal durch», erläutert Martin Wicki, Leiter Sonderprojekte der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) Holding AG. «Wir mussten ihn 2016 für 100 000 Franken notsanieren und nach dem zweiten Ereignis mit einem Holzrost sichern.»

Der Steg ist baufällig und zu einem Sicherheitsrisiko geworden. Er müsse bis spätestens 2020 saniert werden. Das geht ins Geld: Mit 600 000 Franken veranschlagt die SGV die erforderliche Investition. Die hohen Kosten begründet Wicki unter anderem mit dem schwierigen Gelände: «Wir müssen den Arbeitsplatz vom See her bedienen und von einem Ponton aus arbeiten.»

Geschützter Ort für Fährbetrieb

Auf der Tellsplatte stehen ein idyllisch gelegenes Restaurant und die Tellskapelle. Das Restaurant war einst eine Bootshütte, Alter unbekannt. Vermutlich ist das Gebäude jedoch sehr alt, denn die Tellsplatte war bedeutungsvoll als geschützter Ort für den Fährbetrieb auf dem föhngepeitschten Urnersee, bevor es die Axenstrasse und die Dampfschiffe gab. Leider weiss man nicht viel über diesen Ort, weil die Dokumente beim Brand des Hotels Tellsplatte 1975 zerstört wurden.

Landesweit bekannt und gut dokumentiert ist hingegen die Tellskapelle. Sie liegt an jener Stelle, wo gemäss Sage Wilhelm Tell vom Boot des Landvogts Gessler gesprungen sein soll. Bereits 1388 soll hier eine Kapelle errichtet worden sein, allerdings ohne Bezug zu Tell. Die heutige Kapelle wurde 1879/80 erbaut und ist mit vier Fresken des Basler Malers Ernst Stückelberg ausgeschmückt. (ste)

Sisikon soll substanziellen Beitrag leisten

Die SGV will die Kosten nicht alleine schultern, denn die Investitionskosten sind mit jährlich lediglich 6000 ein- und aussteigenden Passagieren unrentabel. Deshalb gelangte sie im Frühling 2017 an den Gemeinderat Sisikon mit der Bitte um eine «substanzielle Mitfinanzierung». Wie hoch diese ausfallen soll, ist Gegenstand von laufenden Verhandlungen. «Wir möchten bis im Herbst zu einem Resultat kommen», sagt Martin Wicki, «um allenfalls im kommenden Jahr die Sanierung des Landungsstegs vorzubereiten. Sollte keine Lösung gefunden werden, würde die Station Tellsplatte durch die Schiffe der SGV temporär nicht mehr angefahren werden können.» Konkret heisst das, dass die Station geschlossen wäre, solange die Sicherheit der Passagiere aufgrund des Bauzustandes des Landungsstegs nicht gewährleistet ist.

Viele Abklärungen und zähe Verhandlungen

Die SGV hat vor zwei Jahren begonnen, die öffentliche Hand bei der Sanierung von kleinen, unrentablen Stationen in die Mitfinanzierung einzubeziehen. In Meggen wurde das bereits erreicht, für die Station Merlischachen laufen derzeit Verhandlungen mit dem Bezirk Küssnacht.

Derweil hat die Gemeinde Sisikon, welche die geforderte Unterstützung nicht selber stemmen kann, den Kanton Uri um Mithilfe gebeten. Dieser hat eine «grosse Runde» zusammengerufen, wo sich die Gemeinde, der Kanton, Tourismus Uri, die SGV und Bauingenieure um eine Lösung bemühen. Eingebettet werden soll sie in ein touristisches Gesamtkonzept, das die Gemeinden am Urnersee erfasst und als NRP-Projekt (Neue Regionalpolitik) aufgegleist ist. Doch das dauert, denn es geht um Gelder des Kantons und des Bundes, was Abklärungen und die Verhandlungen nicht vereinfacht. «Eine Schliessung der Station wäre aus touristischer Sicht eine Katastrophe», kommentiert Timo Abegg, Gemeindepräsident von Sisikon, ein mögliches Scheitern der Verhandlungen.

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