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Sparen bei den Steuern: Luzern sagt Papierbergen den Kampf an

Rund jeder vierte Luzerner reicht die Steuererklärung per Mausklick ein. Deutlich weiter ist der Kanton Obwalden, wo der Wert inzwischen bei über 90 Prozent liegt.
Christian Glaus
Anders als in Obwalden reicht in Luzern noch eine Minderheit die Steuererklärung online ein. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 23. Februar 2019)

Anders als in Obwalden reicht in Luzern noch eine Minderheit die Steuererklärung online ein. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 23. Februar 2019)

Steuererklärung ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben, ins Couvert stecken und auf die Post bringen: Was noch immer viele Luzerner machen, ist technisch veraltet. Heute lässt sich alles digital erledigen. Dennoch reichen viele Luzerner die Dokumente in Papierform ein. Im vergangenen Jahr haben über 210'000 Personen (86,3 Prozent) ihre Steuererklärung am Computer ausgefüllt. Davon haben knapp 60'000 die Dokumente per Internet an die Steuerverwaltung übermittelt, die restlichen 150'000 haben die Formulare ausgedruckt. Gut 33'000 Personen füllten die Steuererklärung von Hand aus. Dies zeigen Zahlen, welche die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern auf Anfrage unserer Zeitung bekannt gegeben hat.

Zum Vergleich: 2017, als die Steuererklärung erstmals elektronisch übermittelt werden konnte, nutzten 46'600 Personen diese Möglichkeit. Gut 153'000 Personen druckten die am Computer ausgefüllten Formulare aus. Firmen können die Steuererklärung in diesem Jahr erstmals elektronisch übermitteln.

Der Kanton Luzern hat die digitale Übermittlung der Steuererklärung 2017 als erster Kanton in der Deutschschweiz ermöglicht. Dieser technische Fortschritt sei für den Kanton interessant, erklärt Paul Furrer, Geschäftsbereichsleiter bei der Dienststelle Steuern: «Dadurch entfällt das Scanning durch das Scan-Center der Stadt Zürich.» Die Dienstleistung kostet pro Steuererklärung rund 7 Franken.

Sparpotenzial von 1,3 Millionen Franken – pro Jahr

Hochgerechnet bedeutet dies: Wären im vergangenen Jahr sämtliche rund 245'000 Steuererklärungen digital eingereicht worden, hätte der Kanton rund 1,3 Millionen Franken gespart. Und das in Zeiten, in denen jeder Rappen umgedreht werden muss. Auf den Arbeitsaufwand der Steuerexperten bei Kanton und Gemeinden hat die Art der Übermittlung laut Furrer keinen Einfluss.

Das digitale Übermitteln der Steuererklärung wird im Kanton Luzern eFiling genannt. Furrer rechnet damit, dass die Zahl der Nutzer kontinuierlich steigt. Zumal all jene, welche das eFiling nutzen, die Steuererklärung nicht mehr in Papierform erhalten. Einen Schritt weiter ist man im Kanton Obwalden. Seit vergangenem Jahr gilt dort der Grundsatz, dass die Steuererklärung digital übermittelt wird. «Wer die Formulare in Papierform will, muss diese bestellen oder bei uns abholen», erklärt Steuerverwalterin Marianne Nufer. Das kantonale Steuergesetz wurde entsprechend angepasst – mit Erfolg. «Im vergangenen Jahr haben rund 92 Prozent der im Kanton wohnhaften Personen ihre Steuererklärung digital eingereicht», sagt Nufer.

Obwalden arbeitet mit der Baarer Ringler Informatik AG zusammen. Der Kanton bietet zwei Möglichkeiten für die digitale Steuererklärung an: Entweder wird sie im Browser unter etax.ow.ch ausgefüllt, oder mit der Gratis-Software OW Tax. Für die Lizenz zahlt der Kanton jährlich 150'000 Franken. Auch funktioniert das Programm Dr. Tax von Ringler Informatik, welches ab 29 Franken erhältlich ist. Marcel Ringler, CEO der Software-Firma erklärt:

«50 Prozent der Nutzer füllen die Steuererklärung direkt im Browser aus.»

Ab diesem Jahr gibt es die browsergestützte Lösung der Baarer Firma auch im Kanton Luzern, unter www.etax.ch. Der Kanton hat für das Produkt allerdings keine Lizenz gekauft. Dadurch entstehen auch keine Kosten, erklärt Paul Furrer. Auf Wunsch von Ringler Informatik habe man lediglich die technischen Angaben geliefert, damit diese die Daten in der richtigen Form liefern kann. «Die Dienststelle Steuern nimmt also diese Lösung nicht ab, sondern nur die Schnittstelle zu unserem System.» Furrer ist überzeugt, dass die Technologie den Nerv der Zeit trifft. «Eine zunehmende Zahl von Personen besitzt gar keinen PC mehr, sondern erledigt seine administrativen Arbeiten mittels Handy oder Tablet.» Auf diesen Geräten funktioniert die vom Kanton angebotene Software nicht. Wer nur noch ein Smartphone oder ein Tablet besitzt, müsste die Steuererklärung also wieder von Hand ausfüllen. Das will Furrer verhindern. «Die Steuerbehörden werden ihrer Kundschaft deshalb mittelfristig eine Portallösung zur Verfügung stellen, welche auch Smartphones oder Tablets unterstützt.»

Momentan ist eTax die einzige Plattform, welche dieses Kriterium erfüllt. Dass man diese gratis anbietet, begründet Ringler mit dem Markt, der keinen Spielraum übrig lasse. «Seit die Kantone selber Gratis-Software für das Ausfüllen der Steuererklärung anbieten, sind nur noch wenige Kunden bereit, dafür zu zahlen.» Die Firma, welche in erster Linie Programme für Treuhänder anbietet, hat also vor Jahren den Geschäftsbereich mit Privatkunden verloren – und will nun wieder Fuss fassen. Gratis genutzt werden kann die Software aber nur für das Ausfüllen einer einzigen Steuererklärung. Wer Zusatzleistungen wie beispielsweise Steuersimulationen nutzen will, muss diese zusätzlich kaufen.

2023 erhält Luzern ein eigenes Kantonsportal

Per 2023 will Luzern ein Kantonsportal mit verschiedenen digitalen Dienstleistungen aufbauen. Die Steuererklärung ist ein Teil davon. «Dannzumal können unsere Kunden die Steuererklärung auch mit Smartphones oder Tablets ausfüllen und übermitteln», kündigt Paul Furrer an. Dass der Kanton eine eigene Lösung anbieten will, habe mit dem Datenschutz und der Datensicherheit zu tun, so Furrer. «Da es sich bei Steuern um besonders sensible Daten und hoheitliche Aufgaben handelt, wollen viele Kunden, dass sich ihre Daten ausschliesslich in der Hand der öffentlichen Verwaltung befinden.» Diesem Anspruch könne man nur mit einer eigenen Plattform gerecht werden.

«Bei einer privaten Lösung ist nicht auszuschliessen, dass zum Beispiel unsere Kundschaft mit Werbung belästigt wird.»

Den Auftrag für die Entwicklung eines Portals wird der Kanton öffentlich ausschreiben. Anders als Obwalden will Luzern den Bürgern aktuell aber nicht vorschreiben, dass sie ihre Steuererklärung grundsätzlich digital einreichen müssen. Dazu Furrer: «Gesetzlich besteht vorläufig noch ein gewisser Anspruch darauf, die Steuererklärung auch von Hand ausfüllen zu dürfen.»

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