Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Theologieprofessor will seine Entlassung anfechten

Martin Mark will gegen seine Entlassung durch den Universitätsrat kämpfen. Er plant dafür rechtliche Schritte und schiesst scharf gegen die Uni Luzern. Seine Studenten geben ihm Rückhalt – überraschend deutlich.
Simon Mathis
Die Entlassung des Theologieprofessors Martin Mark gibt an der Uni Luzern zu Reden (Bild: Roger Grütter, 29. September 2017)

Die Entlassung des Theologieprofessors Martin Mark gibt an der Uni Luzern zu Reden (Bild: Roger Grütter, 29. September 2017)

Ende Monat muss der Theologieprofessor Martin Mark bei der Uni Luzern den Hut nehmen. Er wurde entlassen, wie unsere Zeitung am 21. Juli publik machte. Die Entlassung eines Professors ist eine Premiere an der ältesten katholisch-theologischen Lehr- und Forschungsinstitution in der Schweiz. Nun wehrt sich Mark. Er will die die Entlassung rechtlich anfechten, wie er gegenüber unserer Zeitung bestätigt. «Da die Sache sehr komplex und ein interner Vorgang ist, äussere ich mich lieber nicht näher zur Situation», so Mark. Welche Schritte er wann unternehmen will, lässt der Professor noch offen.

Mittlerweile kursiert eine interne E-Mail von Martin Mark an die Fakultätsversammlung. Der entlassene Professor spart darin nicht mit scharfen Worten gegenüber der Universität Luzern, wie das Onlineportal «Zentralplus» berichtet. Laut Zitaten aus der E-Mail sieht sich Martin Mark als Mobbingopfer. Entlassen habe man ihn, weil er sich mehrfach über finanzielle und administrative Missstände beschwert habe, heisst es in der E-Mail. Moniert habe Mark etwa verdeckte Finanzströme, «Begünstigungen» und Intransparenz in der Budgetierung und Rechnungsführung.

Mark: Kritische Stimme zum Schweigen gebracht

Deshalb habe man ihn auch vor einem Jahr als Dekan abgesetzt, so in der E-Mail weiter. Mit der Entlassung wolle man ihn als «Träger von potenziell gefährlichen Informationen zum Schweigen bringen». Namentlich kritisiert Mark den derzeitigen Rektor der Uni Luzern, Bruno Staffelbach. Er habe dem Universitätsrat vorgetäuscht, Mark sei als Professor nicht mehr tragbar. Staffelbach war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, da er in den Ferien weilt.

Auf Anfrage will sich Mark nicht zur E-Mail äussern. Er betont indes: «Selbstverständlich war nicht ich es, der die E-Mail in Umlauf gebracht hat. Mir ist bewusst, dass ein solches Vorgehen nicht statthaft ist.» Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter der Uni Luzern, weist Marks Vorwürfe entschieden zurück: «Sie sind absolut haltlos und entbehren jeder Grundlage.» Detailliert wolle man zur Kritik nicht Stellung nehmen.

Studenten stellen sich hinter den Professor

Derweil nimmt der Protest unter den Studenten Fahrt auf. Eine Petition fordert eine genauere Untersuchung der Umstände. «Ich bin erstaunt, wie viele Unterschriften wir in nur einem Tag gesammelt haben», sagt der Theologiestudent Joël Eschmann, der die Petition leitet. Etwa 130 Studenten und 20 Alumni hätten bereits unterschrieben. Damit ist fast die Hälfte der Studierenden der theologischen Fakultät an Bord. Die Petition wird voraussichtlich Anfang nächster Woche eingereicht – zuhanden des Bildungsdirektors Reto Wyss (CVP), der den Universitätsrat präsidiert.

Dieser möchte sich ebenfalls nicht näher äussern. «Auch wenn ich Verständnis habe für den Wunsch nach vertieften Informationen von den Medien und der Öffentlichkeit, so ist doch das Recht von Professor Martin Mark auf den Schutz seiner Persönlichkeit höher zu gewichten», schreibt Regierungsrat Wyss in einer Stellungnahme.

«Ich freue mich natürlich riesig über diese Petition der Studenten», sagt Professor Mark. Lukas Portmann von der Uni Luzern äussert sich vorsichtig zum Anliegen der Studenten: «Wir können nachvollziehen, dass die Studierenden besorgt sind. Dem Begehren der Studenten, weitere Informationen zur Entlassung zu liefern, können wir nicht nachkommen.» Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes sei das unmöglich. Portmann betont: «Ein derart einschneidender Entscheid wird sicher nicht leichtfertig getroffen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.