Luzerner Kantonsgericht verurteilt sechs Kaderangestellte

Eine Massenkündigung bei einer früheren Surseer IT-Firma im Jahr 2010 hat Ermittlungen ausgelöst. Nun hat das Luzerner Kantonsgericht sechs Kaderangestellte schuldig gesprochen.

Roger Rüegger
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Der ehemalige Sitz von Comparex Schweiz in Sursee.

Der ehemalige Sitz von Comparex Schweiz in Sursee.

Bild: Pius Amrein

In der einstigen Surseer IT-Firma Comparex Schweiz AG haben im April 2010 rund 180 von 200 Angestellten gekündigt. Der Grossteil der Belegschaft wechselte am selben Tag zum Surseer Softwarehersteller Bison. Comparex Schweiz gehörte mehrheitlich einem deutschen Konzern; Bison hielt 30 Prozent.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte damals gegen neun Personen. Diese sollen das Ziel verfolgt haben, die Mitarbeiter zu Bison zu locken. Das Luzerner Kriminalgericht hatte später sechs Kaderpersonen, darunter ein Mitglied des Verwaltungsrats und den CEO, der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen. Gegen das Urteil wurde Berufung eingereicht.

Zwei Jahre Freiheitsstrafe und hohe Geldstrafen

Nun hat das Luzerner Kantonsgericht die sechs Kaderpersonen schuldig gesprochen, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Alle Beschuldigten mit Ausnahme des Verwaltungsratsmitglieds wurden wegen Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt. Das Mitglied des Verwaltungsrats der Comparex Schweiz AG wurde wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren bestraft.

Der CEO der Comparex Schweiz AG wurde zu 14 Monaten bedingt bestraft, die vier Geschäftsleitungsmitglieder mit Geldstrafen zwischen 25'000 bis 50'000 Franken. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.