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Mostobst: Ernte fällt dieses Jahr üppig aus

Dank dem milden Frühling blüht den Mostobstbauern eine starke Ernte wie seit neun Jahren nicht mehr. Gemäss Schätzungen des Schweizerischen Obstverbandes werden in diesem Jahr 117'340 Tonnen Mostäpfel und 11'552 Tonnen Mostbirnen geerntet. Das sind 83 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre.
Rainer Rickenbach
Die Ernte 2018 kompensiert diejenige von 2017. (Bild: Manuela Jans)

Die Ernte 2018 kompensiert diejenige von 2017. (Bild: Manuela Jans)

Im thurgauischen Oberaach haben die 15 Mitarbeitenden der Mosterei Ramseier bereits am vergangenen Donnerstag begonnen, Mostobst zu verarbeiten. In Sursee machen sich die 10 Angestellten des gleichen Getränkeherstellers am 16. August ans Werk. Das ist ungewöhnlich früh, normalerweise beginnt die Verarbeitung von Mostbirnen und -äpfeln erst im September.

«Weil die Ernte dieses Jahr reichlich ausfällt, haben wir den Start vorverlegt», sagt Jürg Emmenegger, Leiter Marketing und Verkauf bei Ramseier. Das Tochterunternehmen der Genossenschaft Fenaco verarbeitet rund 60 Prozent der gesamten schweizerischen Mostobsternte.

83 Prozent mehr Mostäpfel und -birnen

Dass die Mosterei-Angestellten dieses Jahr Extra-Schichten schieben, ist in erster Linie auf den sonnigen April zurückzuführen. Es war der zweitwärmste seit 1864. Vor allem in der Zentral- und der Ostschweiz sorgte der Sonnenschein für ein vollständiges und schnelles Erblühen der Obstbäume. Dass der Spätwinter und der Vorfrühling keine Frostnächte erlebten und der Sommer nach der Blütezeit für heisse Temperaturen sorgte, trug ebenfalls zur guten Ernte bei. Allerdings können Wetterkapriolen im Spätsommer die Erntemenge noch beeinträchtigen.

Es dürfte etwa drei Monate dauern, das Obst zu verarbeiten

Gemäss Schätzungen des Schweizerischen Obstverbandes bringt die Ernte in diesem Jahr 117340 Tonnen Mostäpfel und 11552 Tonnen Mostbirnen ein. Das sind 83 Prozent mehr als im Durchschnitt der zurückliegenden vier Jahre. «Es dürfte etwa drei Monate dauern, das Obst zu verarbeiten», sagt Emmenegger. Normalerweise dauert dieser Vorgang zwei Monate, im vergangenen Jahr sogar bloss sieben Wochen. Denn die Ernte fiel 2017 nach Frostnächten im April äusserst spärlich aus, die Apfel- und die Birnenernte blieben in der Zentral- und der Ostschweiz weit unter dem langjährigen Mittel. Schweizweit blieb die Obstmenge etwa um einen Viertel hinter den durchschnittlichen Erträgen zurück. Als Folge davon hatten die Ramseier-Mostereibetriebe nur rund 14600 Tonnen Mostobst zu verarbeiten – so wenig wie seit 60 Jahren nicht mehr – und mussten geringe Mengen Mostobstkonzentrat aus dem Ausland einführen. Die Schwesterfirma von Ramseier, die den Handel mit Tafelobst beliefert, sah sich wegen der Missernte sogar gezwungen, in der Obsthalle Sursee Kurzarbeit zu verordnen.

Dieses Jahr folgen nun also Sonderschichten. Trotz den grossen Erntemengen wird der Markt ab Herbst aber nicht mit Frischobst und Mostgetränken überschwemmt. Denn es besteht Nachholbedarf. Emmenegger: «Die Lager sind fast leer. Die gute Ernte erlaubt es jetzt, sie wieder aufzufüllen.» Nebst dem Brand Ramseier gehören Sinalco und Elmer Citro zum Marken-Sortiment des Getränkeherstellers. Stark im Trend ist Ramseiers Apfelschorle. Das leichte Getränk besteht zu 60 Prozent aus Obstsaft und zu 40 Prozent aus Sprudelwasser.

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