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Nach Kritik von Klimaforschern: Arktis-Flug von Edelweiss abgesagt

Eine deutsche Event-Firma wollte mit der Schweizer Edelweiss Air in die Arktis fliegen. Doch daraus wird nun nichts. Man liege deutlich unter der benötigten Mindestteilnehmerzahl. Als möglichen Grund nennt die Firma die Klimadebatte.
CH Media
Mit einem Airbus A340 der Edelweiss Air hätte die Reise an den Nordpol durchgeführt werden sollen. (KEYSTONE/Walter Bieri, Kloten 1. Dezember 2016)

Mit einem Airbus A340 der Edelweiss Air hätte die Reise an den Nordpol durchgeführt werden sollen. (KEYSTONE/Walter Bieri, Kloten 1. Dezember 2016)

Ende September machte die deutsche Firma Air Events in einer Branchenmitteilung auf ihr bevorstehendes Angebot aufmerksam: «Flugexpedition zum nördlichsten Punkt der Erde». Im Mai 2019 wollte die Firma mit einem 16-stündigen Charterflug in Richtung Arktis abheben – durchgeführt von der Schweizer Edelweiss Air. Von Zürich aus sollte ein Airbus A340 über Deutschland, Dänemark und nach einem Tankstopp über Norwegen, die Barentssee, Spitzbergen zum Nordpolarmeer fliegen. Sollte – denn der Flug wurde abgesagt, wie die das Branchenportal Aerotelegraph mit Verweis auf ein Email von Air Events an seine Kunden schreibt.

Man liege «deutlich unter der benötigten Mindestteilnehmerzahl», heisst es in der Nachricht. Nach zehn erfolgreichen Nordpolflügen mit Air Berlin ab Düsseldorf und Berlin sei man überrascht, dass das Konzept eines Nordpolfluges ab Zürich nicht zu funktionieren scheint. Als möglichen Grund nennt die Firma die Klimadebatte.

Tatsächlich hatte die Flugankündigung für Kritik gesorgt. Klimaschützer äusserten ihre Bedenken in der «Schweiz am Wochenende», wie das Branchenportal als möglichen Absagegrund anfügt. «Dieses Angebot zielt definitiv in die falsche Richtung, es ist ein No-Go», sagte Georg Klingler, Leiter Klima bei Greenpeace. Wer den Gletscherschwund aus nächster Nähe betrachten wolle, könne dies problemlos in der Schweiz tun. Und Florian Brunner, Projektleiter Fossile Energien und Klima, bei der Schweizerischen Energie-Stiftung, bezeichnete das Angebot als «unnötig». Es widerspreche der aktuell herrschenden Debatte rund um die Umweltschäden der Luftfahrtbranche.

Bis zu 7800 Euro pro Ticket

Air Events verteidigte sich im Gegenzug damit, dass die CO2-Emissionen über die Organisation Myclimate kompensiert worden wären. Zudem würde ein solcher Flug Bewusstsein schaffen über die Treibhauseffekte mithilfe eines populärwissenschaftlichen Bordprogramms: «Die Erderwärmung und die Effekte in der Arktis werden offen angesprochen und detailliert erklärt.»

Gekostet hätte der Flug zwischen 500 und 7800 Euro – je nach Buchungsklasse. Der Veranstalter hatte damit geworben, dass im Mai die Sonne über Spitzbergen nicht untergeht, und man bei gutem Wetter mit «phantastischen Ausblicken» rechnen könne. «Packeisfelder, Risse und riesige, viele Kilometer lange Eisschollen bieten eine völlig unberührte und menschenleere Szenerie.» Für eine «themengerechte Unterhaltung und Vermittlung von Hintergrundinformationen» hätten Polarforscher und Wissenschafter den Flug begleiten sollen.

Doch das Aufeinanderprallen von zwei Sinnbildern der Klimaerwärmung – schmelzender Eisberg und kerosinfressendes Flugzeug – wirkte offensichtlich nicht verkaufsfördernd.

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