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Urner Regierung sieht Handlungsbedarf bei der familienexternen Betreuung

Die Kosten der Familien für die familienexterne Betreuung sollen sinken. Die Regierung empfiehlt dem Landrat, eine entsprechende Motion erheblich zu erklären. Was die Zuständigkeit für die finanzielle Unterstützung der familienergänzenden Angebote zur Kinderbetreuung betrifft, fehlt heute eine gesetzliche Grundlage.
Markus Zwyssig
Familien sollen bei den Kosten für familienexterne Betreuung im Kanton Uri vermehrt unterstützt würden. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Familien sollen bei den Kosten für familienexterne Betreuung im Kanton Uri vermehrt unterstützt würden. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Vier Kindertagesstätten und zirka 40 Tageseltern: In Uri bestehen im ganzen Kantonsgebiet Angebote zur familienexternen Kinderbetreuung. «Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen von Kindertagesstätten steigt seit geraumer Zeit kontinuierlich, wodurch sich die Anzahl Plätze in den letzten zwei Jahren auf heute 92 Plätze verdoppelte», so die Regierung in ihrer Antwort auf eine Motion von Adriano Prandi (SP, Altdorf).

Der Hauptgrund dieser gestiegenen Nachfrage liegt im vermehrten Wunsch der Eltern, auch nach der Geburt ihrer Kinder weiterhin berufstätig zu sein.

Gesetzliche Grundlage fehlt heute noch

Was die Zuständigkeit für die finanzielle Unterstützung der familienergänzenden Angebote zur Kinderbetreuung betrifft, fehlt heute eine gesetzliche Grundlage. Die aktuelle Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden besteht seit dem Jahr 2011. Gemeinden helfen Familien mit tiefen und mittleren Einkommen bei der Finanzierung von familienergänzender Kinderbetreuung. Sie machen dies mit Betreuungsgutscheinen. 2017 haben die Urner Gemeinden dafür rund 212’000 Franken ausgegeben. Der Kanton zahlt Beiträge an die Anbieter von Kinderbetreuungsplätzen im Kanton Uri. Damit soll ein Grundangebot für Kinderbetreuung sichergestellt werden. Die letztjährigen Beiträge lagen bei 417’000 Franken.

Obwohl die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden heute sehr gut funktioniert, sieht der Regierungsrat bei der Vereinheitlichung des Zugangs zu Betreuungsgutscheinen und bei den Betreuungskosten für die Familien noch Handlungsbedarf. Die familienexterne Kinderbetreuung ist aus Sicht des Regierungsrats ein wichtiger Bestandteil der Standortattraktivität des Kantons: «Ein qualitativ gutes Angebot der familienexternen Kinderbetreuung sowie attraktive finanzielle Bedingungen sind dabei wichtige Faktoren.»

Nicht alle Gemeinden verteilen Betreuungsgutscheine

Die Regierung findet es nicht ideal, dass einige wenige Gemeinden heute keine Betreuungsgutscheine ausrichten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollte unabhängig des Wohnorts als übergeordnetes Ziel verstanden werden. Der Regierungsrat stellt ebenfalls fest, dass die Kosten der familienexternen Kinderbetreuung ein zusätzliches Einkommen besonders in Mehrkinderhaushalten wieder aufhebt, sodass sich bei Familien mit tieferen und mittleren Einkommen ein Zweitverdienereinkommen finanziell nicht lohnt. Dies widerspricht dem Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Standortattraktivität sowie der Haltung des Regierungsrats, dass das Potenzial von arbeitsinteressierten Müttern und Vätern vor dem Hintergrund des verbreiteten Fachkräftemangels ausgeschöpft werden soll.

Der Regierungsrat beabsichtigt, zusammen mit den Gemeinden Rahmenbedingungen zu schaffen, um die zunehmende Erwerbsbeteiligung beider Eltern aktiv zu unterstützen. Die bisherigen Errungenschaften im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung sind dabei in die neu zu schaffenden Grundlagen einzubeziehen und nachhaltig sicherzustellen. Die Regierung empfiehlt dem Landrat, die Motion erheblich zu erklären.

Adriano Prandi: «Der Wille ist grundsätzlich vorhanden»

«Die Antwort der Regierung zeigt, dass grundsätzlich der Wille, das Anliegen anzupacken, vorhanden ist», sagt Adriano Prandi. Es sei wichtig, dass der Kanton den Kontakt zu den Gemeinden aufnehme.

«Unterstützung bei der externen Familienbetreuung ist insbesondere ein wichtiger Aspekt des Standortmarketings.»

Wenn jemand in den Kanton Uri ziehe und beide Elternteile arbeitstätig seien, könnten ja nicht Verwandte für die Kinderbetreuung beansprucht werden.

«Ständerat und Nationalrat haben im Frühling beschlossen, während 5 Jahren knapp 100 Millionen Franken in die familienergänzende Betreuung zu investieren», hält Adriano Prandi zu seiner Motion fest. «Da muss aus unserer Sicht auch der Kanton Uri mitmachen. Bei den Finanzhilfen unterstützt der Bund Kantone und Gemeinden, die ihre Gesamtsubventionierung zugunsten der Senkung der Betreuungskosten für die Eltern erhöhen. Auch die Regierung hält nun in ihrer Antwort fest: «Diese Mittel gilt es allenfalls abzuholen.»

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